Klinikum: Stärker im Kampf gegen Krebs

Ein Termin zur Krebsvorsorge beim Frauenarzt ist mehr als nur ein Pflichttermin - immer ist da auch Angst dabei. Angst vor der Diagnose Krebs. Wer diese Diagnose erhält, gerät in den freien Fall. Ein Fall, der am Klinikum Bayreuth gestoppt werden soll. Mit dem Prädikat gynäkologisches Krebszentrum ist dies nun noch qualifizierter möglich. Denn dieses Prädikat muss erarbeitet werden.

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Anforderungen: Wer Krebszentrum werden will, muss etwas dafür tun. Vier Jahre lang haben Privatdozent Dr. Nikos Fersis und sein Team auf dieses Ziel hingearbeitet. Denn Fersis wollte am Klinikum nicht nur ein Brustzentrum, sondern auch ein gynäkologisches Krebszentrum haben. Also bildeten sich die Ärzte auf dem Fachgebiet der gynäkologischen Krebserkrankungen weiter. Diagnostiker, Strahlentherapeuten und Pathologen - die Gewebe untersuchen - bereiteten sich auf diesen Schwerpunkt vor. Außerdem wurde ein Studienzentrum geschaffen, das Patientinnen Zugang zu innovativen Behandlungsmethoden und neuen Medikamenten ermöglicht. Auch die Zahl der Operationen wurde gesteigert. Von etwa 30 Eingriffen pro Jahr steigerte man sich am Klinikum auf nun fast 70. Die Hürde der Deutschen Krebsgesellschaft für das Prädikat Krebszentrum liege laut Klinikumspressesprecher Frank Schmälzle bei 50 Eingriffen. Die Zahl der Patienten sagt etwas über die Erfahrung der behandelnden Ärzte aus.

Vorteile für Patientinnen: Die Patientinnen, die mit Eierstock-, Gebärmutterhals-, Gebärmutterkörperkrebs oder bösartigen Erkrankungen des äußeren Genitalbereichs ins Klinikum kommen, profitieren vom Prädikat gynäkologisches Krebszentrum genau davon: Ärzte, deren Wissen auf dem neusten Stand ist, Zugang zu neuen Medikamenten und Behandlungsmöglichkeiten. Und: Ein rascher Termin. Denn am Klinikum gibt es nun eine Sprechstunde für Frauen, in der auffällige Veränderungen im Unterleib schnell und sicher abgeklärt werden können. Diese Sprechstunde sei nicht als Ersatz für einen Termin bei der Frauenärztin gedacht, sondern dafür, unnötige Wartezeiten zu vermeiden, sollte ein Verdacht auf eine Krebserkrankung bestehen, so Schmälzle. "Die Operation eines gynäkologischen Tumors ist nur ein Teil der Behandlung", sagt Dr. Nikos Fersis. "Das Ziel eines Zentrums ist es, die Behandlungs.- und Versorgungsqualität für die Patientinnen und Angehörigen ganzheitlich zu steigern." Das reiche von der Diagnostik über die Behandlung bis zur Nachsorge.

Enge Zusammenarbeit: Am Klinikum Bayreuth gibt es mit dem neuen gynäkologischen Krebszentrum jetzt fünf Organkrebszentren, dazu gehören die Zentren für Darm-, Pankreas- (Bauchspeicheldrüse), Brust- und Hauttumore. Sie alle sind unter dem Dach Onkologischen Zentrum der Klinikum Bayreuth GmbH vereint. Dessen Leiter, Prof. Dr. Alexander Kiani, verweist darauf, dass sämtliche Krebsspezialisten des Klinikums eng zusammenarbeiten und für eine optimale Versorgung und Behandlung der Patienten sorgen würden. Konkret sieht das so aus, dass in einer sogenannten Tumor-Konferenz, an der Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen teilnehmen, die Behandlung aller Krebspatienten besprochen wird. An der Suche nach der bestmöglichen Therapie sei also eine Vielzahl von medizinischen Experten beteiligt. Pro Jahr würden sich etwa 1000 Patienten mit einer neu diagnostizierten Krebserkrankung ans Klinikum Bayreuth wenden. Professor Kiani: "Es macht einen großen Unterschied, wenn ein ganzes Gremium von Fachärzten nach der besten Behandlungsmöglichkeit sucht und ein engmaschiges Versorgungsnetz zur Verfügung steht."

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