Stadthalle: Am 2. Mai wird's ernst

Einige Zeit ist verstrichen, seit Bayreuths größtes Projekt seine vorerst letzte große Hürde nahm: das Bürgerbegehren gegen die so genannte große Lösung. Vor bald einem Jahr war das. Und dann? Die letzten Konzerte gingen über die angejahrte Bühne, dann gab es noch eine Auktion von Sitzen, Geschirr und technischer Ausrüstung. Im Herbst vergangenen Jahres war das. Doch danach kehrte wieder Ruhe ein am Jean-Paul-Platz.

Doch dann traf im Februar eine erlösende Nachricht ein: Nicht nur mit 18 Millionen, sondern mit fast dem Doppelten an Förderung vom Freistaat kann die Stadt Bayreuth rechnen. Dazu noch Zuschüsse von Oberfrankenstiftung und bayerischer Landesstiftung – und schon muss die Stadt nur noch gut 16 Millionen von bislang veranschlagten 55,3 Millionen Euro aufbringen.

Raus mit Asbest und Teer

Ein Riesenschritt auch für Planer, die nun die erste Phase des Entkernens in Angriff nehmen können. Mit dem Aufbau des Bauzauns werden Stromleitungen für die Baustelle verlegt, da in der Stadthalle selbst alle Versorgungsleitungen gekappt werden. Vermutlich ab der zweiten Mai-Woche geht's an die Beseitigung von Schadstoffen. Teer und Bitumen finden sich unterm Parkett unter anderem vom Balkonsaal, der Kleber der Teppichböden weist möglicherweise Asbest auf ebenso wie die Ummantelung von Heizungsrohren.  „Wie man seinerzeit eben gebaut hat“, sagt Baureferentin Urte Kelm, „das ist im Kleinen nicht anders als im Großen Haus.“ In den nächsten Monaten soll dann auch der „nicht konstruktive Abbruch“ geschehen, der Abbruch nicht tragender Einbauten und Wände also. Irgendwann im Mai oder Juni soll sich der Bauausschuss dann mit ausgefeilteren Entwürfen des Innenausbaus des Großen Hauses befassen können.

Neubau mit trockenen Füßen

Was die Bayreuther im späten Sommer schon sehen könnten: Bis zu vier Kräne, die sich an den Eckpunkten des Stadthallenkomplexes in die Höhe recken. Im September oder Oktober wird das kleine Haus abgebrochen, dessen Neubau deutlich günstiger komme als eine Sanierung, wie Kelm versichert. Vor allem bietet der Neubau die Chance, die Kellermauern vor dem hohen Grundwasser zu schützen: Bislang kroch das Wasser die Wände des Kleinen Hauses hinauf. Künftig sollen dort Räume für Kunst und Tagungen entstehen, das Dachgeschoss soll Umkleidekabinen für Künstler beherbergen.

Fertig bis Ende 2019?

Erst im Februar hatte sich die Kalkulation für die Baukosten um 400.000 Euro erhöht – weil ein externer Gutachter, das weltweite renommierte Akustikbüro Müller-BBM, eine Vergrößerung des Bühnenraums in die Höhe empfohlen hatte. Woran zunächst mal nicht gerüttelt werden soll, ist der Zeitplan für Umbau und Sanierung der Stadthalle: Bereits Ende 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Das klingt sehr ehrgeizig, stimmt“, sagt Baureferentin Urte Kelm. „Wir tun alles, damit wir das schaffen. Das heißt alle, die beteiligt sind, und das sind 'ne Menge. Wir sind einer von vielen.“ Eine Garantie also – die will sie nicht abgeben.

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