Wasserstreit: "Leups ist nicht Trockau"

320 000 Euro kostete das 1996/97 errichtete Pumpenhaus für die Wasserversorgung von Trockau. 2010 kam dann für 450 000 Euro noch ein neuer Hochbehälter hinzu. Foto: Ralf Münch

Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Leupser Quellwasser“ will den Anschluss des Ortes an das zentrale Netz der Juragruppe nicht so ohne Weiteres akzeptieren. Sie will Antworten auf viele Fragen. Von Bürgermeister Uwe Raab, vom Wasserzweckverband. Auch darauf, warum in Trockau mit großem finanziellen Aufwand die eigene Wasserversorgung saniert und damit erhalten wurde, während das in Leups angeblich nicht möglich sei. Das hat historische Gründe, sagt dazu die Juragruppe. Und: Die beiden Orte ließen sich einfach nicht miteinander vergleichen.

 

Verbandsvorsitzender Manfred Thümmler blickt zurück ins Jahr 1988, als er diese Funktion übernahm. Damals ging es darum, ob die Stadt Creußen und die Kernstadt von Pottenstein an das Netz der Juragruppe angeschlossen werden oder nicht. Falls ja, hätte eine neue Leitung gebaut werden müssen – an Trockau vorbei. „Dann wäre es natürlich wirtschaftlich nicht vertretbar gewesen, dort die Eigenversorgung zu belassen“, so Thümmler. Doch die anderen Kommunen entschieden sich gegen die Juragruppe. Und damit gab es auch keine neue Leitung.

Der Blick zurück

Werkleiter Hans Hümmer geht noch weiter in die Vergangenheit zurück. In die 1920er Jahre „Da kaufte die Stadt Pegnitz den Trockauern ihr Quellgebiet im Lindenhardter Forst ab, weil sie das Wasser brauchten.“ Beim Bau der Reichsautobahn durch die Nationalsozialisten wurde die Leitung zerstört, die Trockauer saßen sozusagen auf dem Trockenen. „Die Nazis enteigneten die Pegnitzer dann quasi und gaben Trockau das Ganze zurück“, so Hümmer.

800.000 Euro für Netzsanierung

1995 wurde rund um die Quelle ein neues Schutzgebiet ausgewiesen. Mit strengen Auflagen des Landratsamtes: „Die Trockauer mussten dazu auch Grund erwerben.“ 1996/97 war es dann an der Zeit, die Anlage aufzurüsten und zu ergänzen, sagt Verbandsvorsitzender Manfred Thümmler. Ein neues Pumpenhaus musste her, im Jahr 2010 dann auch ein neuer Hochbehälter. Das habe allerdings nicht 1,55 Millionen Euro gekostet, wie die Leupser BI behauptet, sondern „nur“ rund 770.000 Euro. Die restlichen 800.000 Euro flossen in die Sanierung des Ortsnetzes, fügt Werkleiter Hümmer hinzu. Und sagt: „Das kann jederzeit auch in Leups nötig sein, da würde die Juragruppe ja auch im Bedarfsfall sanieren. Wir haben ja nicht umsonst die größte Netzerneuerungsrate von allen Wasserversorgern in Bayern.“

Schutzgebiet hier kein Problem

Hümmer wehrt sich auch gegen den Vorwurf der BI, der Erhalt der Eigenversorgung in Trockau und damit eine „Insellösung“ habe etwas damit zu, dass er selbst im Ort wohnt: „Als dort die Sanierungsmaßnahmen erfolgten, hatte ich mit der Juragruppe beruflich noch gar nichts am Hut, der Vorwurf geht allein schon aus diesem Grund ins Leere.“ Abgesehen davon ließen sich die beiden Örtlichkeiten nicht über einen Kamm scheren: „Das Quellgebiet im Lindenhardter Forst liegt mitten im Wald, anders als in Leups ist dort die Betreuung eines Schutzgebietes kein Problem.“ Und sowohl die Menge der Quellschüttung als auch die Qualität des Wassers sei in Trockau „eine ganz andere“.

Wasserpreis bleibt stabil

Was Juragruppen-Werkleiter Hans Hümmer absolut nicht nachvollziehen kann: Die Leupser Bürgerinitiative hatte in ihrem Fragenkatalog an Bürgermeister Uwe Raab behauptet, der Wasserpreis würde 2018 von 1,80 auf 2,20 Euro pro Kubikmeter steigen – und mutmaßte, das könnte mit der Finanzierung von Insellösungen oder dem Bau der geplanten Ringleitung zu tun haben. Davon könne keine Rede sein, so Hümmer. Wie bereits mehrfach betont, bleibe der Wasserpreis bis 2022 stabil – „und ich gehe davon aus, auch noch über diesen Zeitpunkt hinaus“.

 

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