Thema: Hollfeld Werd scho wern

Foto: Ronald Wittek/Archiv

KOMMENTAR. Am Ende machen sie ja dann doch alles irgendwie richtig, diese Hollfelder.

Stichwort Haushalt: Erst gehen sie volles Risiko mit ihrem Haushaltentwurf, in der Hoffnung, dass das Landratsamt schon irgendwie zustimmt. Auch wenn da eine Kreditaufnahme in siebenstelliger Höhe drinsteht. Was man sich als Konsolidierungsgemeinde halt nicht leisten darf. Einen Versuch war’s wert, könnte man sagen. Als das Nein kam, verteilten sie auf die Schnelle ein paar Großprojekte auf zwei Jahre – und brauchten auf einmal kein Cent an Darlehen mehr. Kann man so machen.

Stichwort BR-Radl-Tour: Da sagte man mal so eben zu, als der Bayerische Rundfunk anbot, Hollfeld zum Etappenziel zu küren. Die Finanzierung? Wird schon werden. Eine freiwillige Leistung? Ja, schon. Aber: Werd scho wern. Blöd halt, dass zunächst nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten Bescheid wusste. So mancher aus dem höchst diskussionsfreudigen Stadtrat fühlte sich ausgegrenzt, zu spät informiert.

Und dann meldete sich auch noch das Landratsamt. Wegen des Haushalts, wegen dieser ominösen freiwilligen Leistungen, die man sich nicht leisten darf. Doch auch hier ging dann alles ganz schnell. Ein wenig gerechnet, ein wenig kalkuliert – und schon stand es, das kostendeckende Konzept für die Großveranstaltung. Ein bisschen Zähneknirschen hier, ein bisschen Bauchgrimmen und kritische Worte dort. Aber eine breite Mehrheit. Auch, weil viele Hollfelder nicht reden, sondern handeln. Freiwillig, ehrenamtlich. Wieder einmal ein Beleg dafür, wie wichtig das Vereinsleben für eine Kommune ist. 

Stichwort Kreisumlage: Gegen den Bescheid – der noch kommt – wollen bekanntlich manche Bürgermeister der Freien Wähler und einer von der SPD klagen. Weil aus ihrer Sicht die Millionen, die der Kreis gebunkert hat, eigentlich den Kommunen zustehen. Zumindest teilweise. Wenn ihre Räte mitspielen. Die Waischenfelder haben dem Landrat eine Frist gesetzt, die Pottensteiner klagen definitiv. 

Die Hollfelder nicht. Bürgermeisterin Karin Barwisch würde gerne, doch nur zwei Räte spielten mit. ’Das war zu erwarten, sitzen doch eine ganze Reihe der lokalen Mandatsträger auch im Kreistag. Und müssten sich im Klagefall selbst hinterfragen. Da ist es natürlich einfacher, den Freien Wählern Populismus vorzuwerfen, ohne sich näher mit den Details des kommunalen Haushaltsgesetzen zu beschäftigen. Und noch einfacher ist es, mal abzuwarten, ob andere mit ihrer Klage Erfolg haben. Dann könne man ja immer noch auf den Zug aufspringen, hieß es diese Woche im Stadtrat.

Diese Hollfelder halt. Werd schon wern. irgendwie. Ob sie auch in diesem Fall alles richtig gemacht haben? Zweifel sind erlaubt. 

stefan.brand@
nordbayerischer-kurier.de

 

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