Mitarbeiterwissen bündeln Wiki statt Zettelwirtschaft

Gunther Knopf hat eine Plattform entwickelt, auf der Mitarbeiter eines Unternehmens ihr Wissen besonders einfach teilen und miteinander arbeiten und kommunizieren können. Foto: Stefan Schreibelmayer

ECKERSDORF. Gunther Knopf sieht sich als Überzeugungstäter. Auch weil er als selbstständiger Qualitätsmanagement-Berater immer wieder sieht, woran es in Unternehmen oft hakt - an der internen Kommunikation zum Beispiel. Deshalb hat der Eckersdorfer selber ein Unternehmens-Wiki entwickelt. Also eine Plattform, auf der Mitarbeiter ihr Wissen teilen und miteinander arbeiten können – zum Nutzen des Unternehmens.

Von der Stange gibt’s bei Gunther Knopf nichts. „Weil ich nicht die Sprache des einzelnen Unternehmens spreche.“ Hört sich erst mal komisch an für einen, der ja als externer Experte antritt und deshalb doch wissen sollte, wie es geht. Doch der studierte Diplom-Biologe will erreichen, „dass jedes Wiki den individuellen Geist der Firma versprüht“. Auch um Hemmschwellen abzubauen. Denn der Erfolg eines solchen Systems hänge einzig und allein davon ab, ob die Mitarbeiter auch mitziehen.

Das Wissen der Mitarbeiter

Deshalb muss es vor allem einfach sein, sagt Knopf. Es dürfe keinerlei Grund geben, dass Mitarbeiter Infos, die sie für wichtig halten, nicht in das System schreiben und es so allgemein nutzbar machen. Dabei baut er auch darauf, dass es die meisten Menschen heute gewöhnt sind, in sozialen Medien zu posten und zu kommentieren. So würden im System hinterlegte Seiten nach und nach um das Wissen der Mitarbeiter ergänzt.

Gesamtüberblick

Und noch ein heute ganz normales Verhalten könne man so nutzen. „Fast jeder, der etwas wissen will, nutzt mittlerweile Suchmaschinen im Internet. Und landet dann oft bei Wikipedia, dem größten Wiki überhaupt“, sagt Knopf. Genauso einfach müsse die Suche im internen Wiki sein.

Idealerweise führe die Verknüpfung der Informationen sogar dazu, verschiedene Perspektiven zusammenzubringen. Der dann mögliche Gesamtüberblick erleichtere wiederum die Arbeit. Eine Zettelwirtschaft, in der wichtige Informationen manchmal zumindest nicht zeitnah gefunden werden oder schlimmstenfalls sogar verloren gehen, sei von vorgestern und überflüssig.

Knopfs größter Kunde für sein Wiki ist die Apothekenkette Maxmo mit Sitz in Mönchengladbach sowie 26 Standorten und 500 Mitarbeitern. Umgerechnet rund 11.000 Din-A4-Seiten umfassen hier die hinterlegten Informationen. Was laut Knopf ein Wissen verfügbar macht, das umgerechnet in Arbeitsstunden in den sechsstelligen Euro-Bereich reicht.

Wettbewerbsvorteil

Natürlich geht es bei einer Apotheke oft um Themen wie Medikamentenverträglichkeit und Gesundheit im Allgemeinen, die im Kundengespräch schnell abgerufen werden können. Doch gibt es auch noch ganz andere Möglichkeiten, nicht nur die interne Absprache von Arbeitsplänen.

So seien beispielsweise von jedem Mitarbeiter die Sprachen hinterlegt, wenn er denn mehrere spricht. „Kommt also ein Kunde in eine Filiale, der nur russisch oder türkisch spricht, und es ist niemand vor Ort, der ihn versteht, ist es leicht, einen Kollegen an einem anderen Standort zu finden, der übers Telefon dolmetscht“, sagt Knopf. Das sei zum einen natürlich wichtig, wenn es um Medikamente geht, aber auch ein echter Wettbewerbsvorteil.

Bislang hat Knopf für sein Wiki vor allem Kunden aus dem Gesundheitsbereich – neben Maxmo unter anderem die Bayreuther Apothekengemeinschaft, das Röntgeninstitut Düsseldorf mit mehreren Standorten am Niederrhein oder eine in Südthüringen und im Coburger Land tätige Apothekengruppe. Aber auch eine Druckerei mit Sitz im Breisgau ist dabei.

Je mehr Standorte, desto besser, sagt Knopf: „Und da ist es egal, ob die in Bayreuth und Eckersdorf, München und Hamburg oder Berlin und Peking liegen.“

 

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