BAT: Vor der Katastrophe

Offiziell will es noch niemand bestätigen. Aber alles deutet darauf hin, dass die BAT in den nächsten Jahren weite Teile ihrer Produktion aus Bayreuth abziehen wird. Die meisten der 1400 Mitarbeiter würden dann ihre Jobs verlieren. Am Donnerstag soll Klarheit herrschen. Wenn es so kommt, und davon muss man ausgehen, ist das nicht weniger als eine Katastrophe.

Zu allererst für die Mitarbeiter des Bayreuther BAT-Werks. Auch wenn in der Region fast Vollbeschäftigung herrscht. Es wird schwer werden für die BAT-Beschäftigten, gleichwertige Arbeitsplätze zu finden. Für sich und für ihre Familien. Die BAT ist jetzt in der Verantwortung, den Abbau der Arbeitsplätze zu strecken. Nicht Hunderte zugleich vor die Tür zu setzen. Das kann der Konzern für seine Mitarbeiter tun, wenn er sich denn schon entschließt, das Bayreuther Werk auf einen kleinen Rest einzudampfen. Die Zulieferer, Dienstleister und deren Mitarbeiter wird diese Entscheidung mit voller Härte treffen. Auch dort geht es um Hunderte von Arbeitsplätzen.

Alle werden es zu spüren bekommen, wenn die BAT weitgehend dicht macht. Von den satten 15 Millionen Euro an Gewerbesteuer, die das Unternehmen im vergangenen Jahr überwies, kann sich die Stadt gedanklich schon mal verabschieden. Bayreuth wird sparen müssen, und das kommt am Ende bei jedem einzelnen Bürger an. Schon jetzt darf die Stadt ihre freiwilligen Leistungen, die etwa den Vereinen zugute kommen, nicht mehr ausweiten. Dabei wird es nicht bleiben. Es wird Einschnitte geben. Wo, das muss der Stadtrat schon bei den nächsten Haushaltsberatungen festlegen. Wahrlich keine schöne Aufgabe. Und auch die Wirtschaft kommt nicht ungeschoren davon. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen: Wenn Arbeitsplätze verschwinden, sinkt die Kaufkraft. Und das setzt eine Spirale nach unten in Gang.

In der jüngeren Geschichte der Stadt gab es keinen Schlag, der so hart gewesen wäre. Keine Unternehmenspleite hatte eine solche Dimension. Noch nicht einmal der damals so vehement beklagte Abzug der Bundeswehr hatte die Wirkung, die die BAT-Entscheidung haben könnte, ja wohl haben wird. Das werden schwere Zeiten.

frank.schmaelzle@nordbayerischer-kurier.de

 

 

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