Autobahn braucht erste Reparatur

Die mobile Mittelleitwand auf der Fahrspur Richtung Berlin hat auf den sieben Kilometern zwischen Bayreuth-Süd und -Nord Schäden hinterlassen, die jetzt erst wieder behoben werden müssen. Foto: Eric Waha

Der Austausch des Flüsterasphalts auf der A9 zwischen den Anschlussstellen Bayreuth-Süd und Nord ist abgeschlossen. Eigentlich wären nur noch wenige Restarbeiten zu machen, zum Beispiel am Mittelstreifen zwischen den beiden Fahrbahnen. Aber: Weil die mobile Mittelleitwand auf der Fahrbahn Richtung Norden Schäden angerichtet hat, muss vor der Freigabe für den Verkehr repariert werden. Mehrere Nächte lang.

Die Schäden ziehen sich fast über die kompletten knapp acht Kilometer, sagt Hermann Lorenz, der bei der Bayreuther Dienststelle der Autobahndirektion Nordbayern für den Austausch des Flüsterasphalts Projektleiter war, auf Nachfrage unserer Zeitung. Und es sind Schäden, die man an sich einkalkulieren musste. Denn: "Das kommt durch die Längenausdehnung der Mittelleitwand. Die wird durch die Temperaturschwankungen bedingt", sagt Lorenz. Die Aufstellflächen der Metallwand haben dann je nach Druck, der auf sie lastete, Schäden hinterlassen: "Alle paar Meter - nicht durchgehend. Manche richtig stark, manche fast gar nicht." Zudem war die Mittelleitwand auf der Fahrspur Richtung Norden Mitte April auf frischem Flüsterasphalt aufgestellt worden, um auf der Fahrspur Richtung Süden mit der Sanierung beginnen zu können.

Rechteckige Eindrücke in den Asphalt

Die rechteckigen Eindrücke in den Asphalt können laut Lorenz mit vergleichsweise geringem Aufwand ausgebessert werden, ohne den Asphalt zu schädigen. In der Nacht zum Dienstag habe eine Spezialfirma die ersten Verformungen geglättet. "Die wärmen den Asphalt mit Infrarottechnik auf etwa 160 Grad, dann gehen sie mit der Walze drüber und die Stelle ist wieder in Ordnung." Um den Verkehr nicht stärker zu behindern, werden die Arbeiten nachts gemacht. "Wir müssen noch eine der verbliebenen zwei Fahrspuren wegnehmen, um arbeiten zu können", sagt Lorenz. Ursprünglich seien vier Nächte vorgesehen gewesen, um die Stempelstellen auszubessern. "Wir werden aber noch zwei weitere Nächte brauchen." Damit verzögere sich auf der Fahrspur Richtung Norden die komplette Verkehrsfreigabe auch über den ursprünglich anvisierten Termin am 19. August hinaus. "Das wird wohl Mitte nächster Woche", sagt Lorenz.

Richtung Süden kommen bald die Baken raus

Auf der Fahrbahn Richtung Süden wird es schneller gehen: Derzeit werden die restlichen Arbeiten an den Überfahrten in der Trennwand zwischen den Fahrbahnen gemacht. "Im Anschluss werden wir die Baken rausnehmen", sagt Lorenz. Dann kann der Verkehr bereits wieder auf allen drei Spuren fließen. Insgesamt habe man mit der rund zehn Millionen Euro teuren Baustelle, die am 19. April mit der Einrichtung der Baustelle begann, "eine Punktlandung" hingelegt, sagt der Projektleiter. "Es ist so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben." Zeitlich und finanziell. Trotz der Schäden, die beide Fahrbahnen nach der Nutzung seit 2006 hatten. Trotz der Tatsache, dass die Mehrzahl der Wassereinlaufschächte am Fahrbahnrand schwer beschädigt waren und aufwendig ausgebaut werden mussten.

Flüsterasphalt hat lange gehalten

Lorenz sagt, man sei überrascht gewesen, dass der Flüsterasphalt im Bayreuther Bereich elf Jahre lang gehalten habe. Im Vergleich zu normalem Asphalt, der auf Autobahnen eingesetzt wird, habe der offenporige Asphalt etwa die Hälfte der Lebensdauer, der Ersatz koste auch annähernd doppelt so viel - jedoch "merkt man deutlich, welche Lärmminderung der offenporige Asphalt bringt, sobald man drüber fährt". Was bei der ersten Sanierung der Fahrbahn noch erreicht wurde: "Wir haben eine richtig gute Fahrbahn hinbekommen, weil wir beim Fräsen ein Nivelliergerät einsetzen konnten. Die Fahrbahn hat keine Wellen mehr, wie es sie zum Beispiel im Bereich der Brücke über die Königsallee gab."

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