Zoff mit der Juragruppe

Hümmer hatte gesagt, die Juragruppe habe Schnabelwaid Pläne für den Bau einer Fernleitung vorgelegt. Dieses Pilotprojekt wäre vom Freistaat mit 50 Prozent gefördert worden, aber die Marktgemeinde sei nicht in die Gänge gekommen. „Das war nicht so“, sagt Hofmann. Bei Veranstaltungen habe ihm Hümmer lediglich in Tischgesprächen von der Problematik erzählt, aber nie irgendwelche Pläne zugeschickt.

Haushalte wurden verständigt

Vor Pfingsten wurde es nun eng. An der Zipser Quelle sprudelte teilweise nur noch ein halber Liter pro Sekunde und Versorgungsengpässe für Schönfeld und Preunersfeld drohten. Auch stand in Aussicht, dass der Löschwasserbedarf nicht gedeckt werden könne. Kurzfristig waren alle Haushalte verständigt worden, über die Feiertage sparsam mit Wasser umzugehen. Und von Hümmer, der erstmals ein Schaubild zur Zipser Quelle vorlegte, kam die dringende Aufforderung, sofort einen Notverbund mit der Juragruppe einzugehen. „Wir müssen uns über die Problematik Gedanken machen, aber das geht nicht so schnell“, so der Bürgermeister weiter. Er habe Hümmer vorgeschlagen, notfalls die Hochbehälter mit Wasser aufzufüllen, dass von Milchlastern gebracht wird. „Doch das will er nicht“, sagt Hofmann. Es komme kein fremdes Wasser in Jurahochbehälter.

Regen an den Feiertagen

Zum Glück habe es über die Feiertage nun geregnet und den befürchteten Engpass nicht gegeben. „Aber es ist abzusehen, dass die Quellschüttung in den nächsten Jahren nicht mehr ausreichen wird. Energisch bestritt der Bürgermeister aber den Vorwurf Hümmers, Schnabelwaid habe seit März einen fertigen Plan in der Schublade. Die Gemeinde hätte tätig werden müssen, hieß es. „Wir haben einen Vertrag mit der Juragruppe und es ist ihre Aufgabe, uns einen Plan vorzulegen“, machte Hofmann deutlich. Eine Überprüfung der Verwaltung habe lediglich ergeben, dass Aktenvermerke und Telefonnotizen vom Mai 2015 über eine Sanierung der Quellen vorliegen.

Nachdem er nun in der Presse die Vorwürfe Hümmers deutlich bestritten hat, habe ihm Hümmer am Telefon mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht, wenn Schnabelwaid mit dem Finger auf die Juragruppe zeige. Und man sei nicht auf Schnabelwaid angewiesen, wenn es für die Ortsteile Preunersfeld und Schönfeld einen Notverbund gebe. Man könne auch in Creußen anschließen.

Keinen Schnellschuss machen

„Es ist gängige Praxis, dass mit dem Milchwagen Wasser für die Hochbehälter nachgeschossen wird“, so Volker Barthelmann (CSU). Er vermute, das Hümmer mit seiner Aussage nur Druck ausüben wolle. Man wolle aber keinen Krieg mit der Juragruppe. „Wir haben die Brisanz erkannt, können aber keinen Schnellschuss machen, sondern müssen eine Lösung zum Wohle der Bürger finden“, argumentierte er. Und auch Dietmar Hemm (CSU) unterstrich, dass die Juragruppe Pläne und Informationen liefern müsse. „Dann können wir uns damit befassen“, so Hemm. Bürgermeister Hofmann kündigte an, dass es wahrscheinlich noch im Juni eine Sondersitzung zur weiteren Vorgehensweise geben wird.

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