Quelle schafft nur noch einen halben Liter

Betroffen ist auch die Nachbarkommune Schnabelwaid. Denn neben Zips und Langenreuth auf Pegnitzer Gebiet werden auch Preunersfeld und Schönfeld mit Zipser Wasser bedacht. Auslöser sind laut Hümmer die rückläufigen Niederschlagsmengen in den vergangenen drei Jahren. Jetzt herrscht Alarmstufe rot: „Erstmals reicht die Wassermenge nicht mehr für die gemeinsame Versorgung der vier Orte.“

Die "kleine Insellösung"

Hümmer nennt das Ganze eine „kleine Insellösung“. Mit der betreibe die Juragruppe noch die frühere Wasserversorgungseinrichtung Zips. Die Anlage wird von einer Quelle oberhalb von Zips im Gebiet des Kitschenrains gespeist. Früher schüttete die Quelle oft das Mehrfache des Versorgungsbedarfes aus – doch diese Zeiten sind vorbei. Denn seit Jahren geht der Trend nach unten. Und zwar in einem besorgniserregenden Ausmaß, so Hümmer. Das ergeben regelmäßige Messungen, „zu denen wir auch verpflichtet sind“.

Fast tägliche Inspektion

Am 1. Juni wurde bei der fast täglichen Inspektion der Anlage registriert, „dass kein Quellüberlauf an der Anlage mehr festzustellen ist“. Die vorhandene Quellschüttung wurde komplett für den Trinkwasserbedarf benötigt. Mehr noch, sagt Hümmer: „Der Wasserstand im Behälter ging so weit nach unten, dass die Quellschüttung für den Verbrauch nicht mehr ausreichend war, wir haben den niedrigsten der letzten zehn 10 Jahre gemessen“.

Reicht nicht mehr für Löschwasser

Daher habe der Zweckverband die Gemeinde Schnabelwaid informiert, dass über das Pfingstwochenende Versorgungsengpässe entstehen könnten. Insbesondere der Löschwasserbedarf, der über die Anlage bereitgestellt wird, konnte nicht mehr gedeckt werden. Auch Kreisbrandrat Hermann Schreck und die örtlichen Kommandanten wurden darauf hingewiesen, „dass das Löschwasser für die Orte Langenreuth, Preunersfeld und Schönfeld aus der öffentlichen Anlage nicht mehr zur Verfügung gestellt werden kann“.

Notversorgung rasch umsetzbar

Immerhin: Der Brandschutz für Zips war zu jeder Zeit gewährleistet, da den Ort eine Fernleitung der Juragruppe durchquert. Hümmer dazu: „Vorausschauend wurde hier bereits vor Jahren durch uns ein Abgabeschacht installiert, der nicht nur eine Löschwasserversorgung mit sich bringt, sondern auch im Bedarfsfall eine Notversorgung für Zips ermöglicht.“

Technische Prüfuing läuft

Zurzeit werde geprüft, ob eine solche Notversorgung der gesamten Anlage über den erwähnten Schacht nach einigen Umbaumaßnahmen technisch möglich ist. „Dies wird dann sicherlich nur ein Behelfskonstrukt sein können, das für die Phase von Baumaßnahmen zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung dienen könnte“, sagt Hümmer. Die Juragruppe habe mit ihrem Abgabeschacht in Zips und mit einem bereits teilweise erfolgten Leitungsbau nach Langenreuth bis nach der neu erstellten Brücke vorausschauend gehandelt.

Hümmer: Pläne für neue Leitung liegen vor

Der Markt Schnabelwaid sei schon vor über einem Jahr über die rückläufigen Quellschüttungen benachrichtigt worden. Die Kommune müsse nun darüber befinden, „ob eine zukunftssichere Struktur für die bisherige Versorgungsanlage auch in Zukunft gemeinsam erfolgen soll“. Und schon vor zwei Jahren habe die Juragruppe den Schnabelwaidern Pläne für den Bau einer Fernleitung von Zips bis zum dortigen Hochbehälter angedient. Mit Kosten von gut 800 000 Euro, „da hätte es 50 Prozent an Zuschüssen vom Staat gegeben aus einem Förderprojekt für interkommunale Zusammenarbeit“.

Bürgermeister: Pläne nie erhalten

Das bestreitet Schnabelwaids Bürgermeister Hans-Walter Hofmann energisch. Ja, er sei von Hümmer bei diversen Terminen darauf hingewiesen worden, dass die Quellschüttung nachlässt. Mehrfach habe er um Unterlagen dazu gebeten, um diese mit dem Gemeinderat diskutieren zu können – „doch bekommen haben wir nichts“. Die Messdaten zur Zipser Quelle vom vergangenen Freitag seien die erste schriftliche Information, „auch Pläne für eine neue Leitung sind bei uns nie eingegangen“. Er will das Thema in der Gemeinderatssitzung heute Abend auf die Tagesordnung bringen, „dann müssen wir schauen, was machbar ist. Handlungsbedarf gibt es sicher“.

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