Festspiele: Bis nächstes Jahr

Die einzigen echten Attraktionen, die die Stadt während der Festspielzeit zu bieten hatte, waren:

> eine kleine, aber bemerkenswerte Ausstellung über Franz-Wilhelm Beidler in der Stadtbibliothek, die sonntags und montags geschlossen hatte, egal, ob auf dem Hügel spielfrei war oder nicht;

> die Führungen durch das künftige Richard-Wagner-Museum, die den künftigen Gästen endlich eine Idee davon vermittelten, was hier entstehen soll; und leider auch

> das abbruchreife Gebäude der Sparkasse auf dem Luitpoldplatz, das von Tag zu Tag abenteuerlicher aussah, weil der Abbruch-Schrott fast schon aus den Fenstern quoll. Während der Festspielzeit, im Herzen der Stadt. Und man hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, einen Künstler zu finden, der die Oberfläche zu einer Lichtinstallation nutzt.

Einen guten Eindruck als Festspielstadt hinterlässt man so nicht.

Bis Bayreuth das nächste Mal Besuch von Zehntausenden Festspielgästen aus der ganzen Welt bekommt, gibt es einiges zu tun. Das Datum steht fest, es ist der 25. Juli 2015.

> Bis dahin muss die Richard-Wagner-Stiftung eine Lösung gefunden haben für das Problem, wer den Betrieb des Richard-Wagner-Museums finanziert. Je länger das Problem ungelöst ist, desto unwahrscheinlicher wird es, dass das Museum 2015 eröffnet.

> Bis dahin müssen die Verhandlungen mit dem neuen Bayreuther Kulturreferenten abgeschlossen sein, das heißt: Es muss einer gefunden sein, der dieser Aufgabe gewachsen ist, der Bayreuth als Herausforderung betrachtet, und der vom Auswahlgremium gewollt wird, obwohl er den Mitgliedern des Gremiums (vor allem den Stadträten) auch ein paar Unannehmlichkeiten bereiten wird. Der Neue wird wehtun. Wenn er gut ist. Und einen anderen braucht man nicht.

> Bis dahin braucht die Stadt eine Antwort auf die vielen Fragen zur Sanierung der Stadthalle. Was soll hier passieren? Was soll im Großen Haus stattfinden – und was bedeutet dies für die Sanierung? Die Halle zu sanieren, nur weil man das jetzt beschlossen hat, verschwendet Geld und gefährdet das Bayreuther Kulturleben.

Und wenn das alles geschafft ist, können wir wieder über die Festspiele reden.


florian.zinnecker@kurier.tmt.de

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