Hügel-Streit: Stadt soll Farbe bekennen

Am Montag wird der Kulturausschuss zusammenkommen. Wenn es nach Grünen-Fraktionschefin Sabine Steininger, Vize Stefan Schlags und Klaus Wührl-Struller geht, wird sich der Ausschuss auch mit dem Trubel am Grünen Hügel beschäftigen. Oberbürgermeisterin Merk-Erbe und Kulturreferent Kern sollten Stellung beziehen, wie sie sich im Fall Eva Wagner-Pasquier verhalten haben. "Was die Stadt Bayreuth als Gesellschafterin der Festspiele beschließt, erfährt man höchstens über Dritte", sagt Schlags. "Nun muss die Stadt mal für Klarheit sorgen."

Auslöser für die Anfrage ist der Wirbel um das angebliche Hausverbot für die zweite Festspielleiterin Eva Wagner-Pasquier. Die ist zwar offiziell noch bis Ende August im Amt, soll aber anscheinend schon zuvor entmachtet werden. Hintergrund  ist eine Äußerung des Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung der Bayreuther Festspiele GmbH und Chefs der "Gesellschaft der Freunde von Bayreuth", Georg von Waldenfels. Der habe, so berichtete die Süddeutsche Zeitung, schon im Dezember 2014 erklärt, dass die Gesellschafter eine Freistellung Eva Wagner-Pasquiers zu Beginn dieses Jahres erreichen wollten, "damit sie nicht auf dem Hügel erscheine und der Tristan nicht gefährdet werde".

Wie hat die Stadt abgestimmt?

Was die Grünen wissen wollen: Gibt es einen Beschluss der Gesellschafter? Und wenn ja: Wie hat die Stadt als Mitgesellschafter abgestimmt? Ebenso sollen Kern und Merk-Erbe Auskunft geben, ob ihnen Äußerungen des Dirigenten Christian Thielemann zu Ohren gekommen seien. Thielemann soll geäußert haben, dass er nicht dirigieren wolle, wenn Eva Wagner-Pasquier bis Ende der Festspiele im Amt bleibe.  Die Gegenposition zu Thielemann in der laufenen Diskussion haben Daniel Barenboim und vor allem Kirill Petrenko eingenommen. Petrenko hatte den Umgang mit Wagner-Pasquier als "unwürdig" kritisiert und mit seinem vorzeitigen Abschied von Bayreuth gedroht.

Zweifel an der Zukunft

"Wir sehen die Zukunft der Festspiele kritisch", sagte Schlags dem "Kurier". "Es gibt offenbar eine massive Einflussnahme der ,Freunde' auf eine schwache Festspielleiterin", fügte er mit Blick auf Georg von Waldenfels und Katharina Wagner hinzu. Vor allem Waldenfels spiele eine unklare Rolle. "Auf der einen Seite gibt es diese Äußerungen über Frau Wagner-Pasquier, auf der anderen Seite dementiert er."

Letzter Stand der Dinge: Sollte es ein Hügelverbot für Eva Wagner-Pasquier geben, war es zumindest heute vormittag noch nicht in Kraft getreten. "Eva Wagner-Pasquier arbeitet gerade im Festspielhaus", sagte Festspiele-Sprecher Peter Emmerich. "Ich betone: im Festspielhaus und nicht am Festspielhaus." Am Montag haben die ersten Proben für die "Tristan"-Neuinszenierung von Katharina Wagner begonnen.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06