Barenboim zum Hügel-Streit

Petrenko hatte mitgeteilt, er sei „zutiefst irritiert in Bezug auf den unprofessionellen und völlig würdelosen Umgang der Bayreuther Festspiele mit der Festspielleiterin Eva Wagner-Pasquier und dem Darsteller Lance Ryan“. Nur die Verantwortung und der „Respekt meinen Kollegen in Bayreuth gegenüber, die ich nicht so knapp vor Beginn der Proben im Stich lassen kann, hält mich davon ab, meine Mitwirkung aufzukündigen“.

"Erstaunen und Befremden"

Der Kritik des Kollegen hat sich nun Daniel Barenboim angeschlossen. „Mit Erstaunen und Befremden“ habe er von dem Versuch der Festival-Spitze gelesen, Wagner-Pasquier ihren bis Ende August zustehenden Arbeitsplatz während der Zeit der Proben auf dem Grünen Hügel zu verwehren, erklärte Barenboim, der von 1981 bis 1999 bei den Bayreuther Festspielen dirigiert hatte.

Manche Fachleute hatte nicht einmal so sehr die Schärfe in Petrenkos Stellungnahme verwundert, sondern vielmehr die Tatsache, dass sich der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper überhaupt in der Öffentlichkeit äußert. Petrenko hatte damit die – nicht bestätigte Nachricht – kommentiert, Eva Wagner-Pasquier habe ein „Hügelverbot“ erteilt bekommen. Bereits seit längerem ist bekannt, dass Petrenko nach der Saison 2015 seinen Abschied vom Grünen Hügel nehmen wird. Diese Entscheidung sei aber schon vor längerer Zeit gefallen und stehe in keinerlei Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion.

Petrenko-Kritik "stillos"

Vom Grünen Hügel gab es mittlerweile eine scharfe Antwort auf Petrenkos Kritik: Man wolle bis zu Kirill Petrenkos Ankunft auf dem Grünen Hügel warten, um auf seine Äußerungen zu antworten, sagte Sprecher Peter Emmerich. „Wir werden uns nicht dieselbe Stillosigkeit erlauben und das, was wir zu sagen haben, über die Öffentlichkeit kommunizieren“, sagte Emmerich gegenüber dem Kurier.

we/dpa

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Montag, 13. November 2017 - 11:06