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Eigentlich sollte an diesem Abend im voll besetzten Herzogkeller das Bruderpaar Tasdelen im Mittelpunkt stehen. SPD-Stadtvorsitzender Halil Tasdelen begrüßte seinen Bruder Arif, SPD-Landtagsabgeordneter aus Nürnberg, als Hauptredner. In einer launigen Rede warb Arif Tasdelen dafür, seinem Bruder bei der Landtagswahl im Oktober die Stimme zu geben.

Doch Hauptthema des Abends an den Tischen waren die Ergebnisse der Sondierungsverhandlungen, die wenige Stunden zuvor bekanntgegeben worden waren, sowie die Frage, ob sich die SPD erneut auf eine große Koalition einlassen soll. Die Parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme, die gerade erst aus Berlin eingetroffen war, nutzte ihr Grußwort, um für die Vereinbarung zu werben, die noch die Zustimmung des SPD-Parteitags und der Mitglieder braucht  Die SPD habe die Bürgerversicherung nicht durchsetzen können, aber vieles andere, sagte sie: ein Programm für Langzeitarbeitslose, den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung in Grundschulen, die Rückkehr von Teilzeit in Vollzeitbeschäftigung, die Parität in der Krankenversicherung, die Sicherung des Rentenniveaus zunächst bis 2025 und den Wegfall des Solidaritätszuschlags für Einkommen bis 60.000 Euro.

Skeptisch äußerten sich allerdings gegenüber dem Kurier der stellvertretende Juso-Vorsitzende Jan-Michael Fischer und SPD-Stadtratsfraktionschef Thomas Bauske. „Die SPD hat ihren Kampfgeist verloren“, bedauerte Fischer. Bauske kündigte an, das Sondierungsergebnis als Delegierter auf dem Parteitag am 21. Januar abzulehnen.

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Kommentare

Ein komisches Phänomen: Je geringer der Stimmenanteil der SPD, desto umfangreicher der
Forderungskatalog. Die beiden Volksparteien ( wie lange noch ? ) haben den Schuß nicht
gehört und machen weiter wie vorher. Ob der Wähler das zukünftig honoriert.
Die SPD ist schon lange keine Partei des Volkes mehr. Die sind nur mit sich selbst beschäftigt.
Und jetzt will die SPD endlich mal etwas verändern, schon polemisiert die Union. War man sich denn nicht einig, dass es Handlungsstau gibt, z.B. in der EU, eine bessere Erfassung aller Flüchtlinge deutschlandweit, Nachholbedarf in der Infrastruktur, Gerechtigkeit in der Krankenvesorgung (Abschaffung des Zweiklassensystems), ein einheitliches Bildungssystem deutschlandweit, Breitbandversorgung....
Es wird halt wieder gekleckert, trotz Nachholbedarfs.

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