Klinikum: Wenn, dann bitte richtig

Es ist schon seltsam. Da wird in den politischen Gremien von Stadt und Landkreis über Anzahl, Lage und Gebühren für künftige Stellplätze diskutiert. Aber davon, dass Ölreservoirs unter dem bestehenden Parkplatz den Bau eines Parkdecks erschweren, ist bis zur letzten Minute nicht die Rede. Genausowenig, dass es für den Bau von Parkplätzen für ein Krankenhaus keine Zuschüsse gibt, der Betrieb damit kostendeckend sein muss oder das Geld der Versicherten dafür herhalten muss. Dabei hätten diese Argumente längst in die seit nunmehr einem Jahr laufende Diskussion einfließen können. Sogar müssen. Landrat Hermann Hübner und Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe sitzen schließlich seit Jahren als Vorsitzende im Aufsichtsrat des Klinikums.

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Und dann werden dafür, dass die Parkplatznot am Klinikum so groß zu sein scheint, erstaunlich wenige neue Parkplätze geschaffen. Von den 255 neuen müssen 60 abgezogen werden, die an alter Stelle entfallen, wenn die restlichen verbreitert werden. Geplant sind also 195 neue und damit 949 Parkplätze insgesamt. Für 1700 Mitarbeiter, die zwar nicht alle gleichzeitig arbeiten, bei Schichtübergabe aber gleichzeitig anwesend sind. Für 700 Patienten und einige hundert Besucher täglich. Und für bis zu 500 Studenten die am künftigen Medizincampus erwartet werden. Unter diesen Voraussetzung sind die nach Monaten der Diskussion im Stadtrat gefassten Pläne ein Tropfen auf den heißen Stein. 195 zusätzliche Parkplätze werden weder verhindern, dass Patienten das Klinikum schlecht beurteilen, noch dass Mitarbeiter über zerbeulte Autos klagen. Und sie werden auch nichts spürbar daran ändern, dass Besucher des Klinikums die Seitenstraßen am Roten Hügel und in Oberpreuschwitz zuparken.

Großer Eingriff, nix dahinter

Dabei hält die besten Argumente am Ende der in der Hand, der eine spürbare Entlastung für Patienten, Mitarbeiter und Besucher am Klinikum schafft. Und der damit dem größten öffentlichen Arbeitgeber der Region den Rücken stärkt. Im Zweifel zählt das alles mehr als die Bedenken der Naturschützer, die von Flächenfraß und Versiegelung sprechen. Schlecht argumentieren kann aber, wer die grüne Wiese zupflastert, Parkgebühren einführt und die Autofahrer trotzdem weiter nach der letzten freien Lücke suchen lässt.

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Kommentare

Das wäre nicht das erste und auf keinen Fall das letzte mal, dass Kommunalpolitiker und Verwaltung in Bayreuth an der Wirklichkeit vorbei planen und entscheiden und somit das Geld der Steuerzahler mehr oder weniger mal wieder in den Sand setzen.
Montag, 13. November 2017 - 11:06