EHC-Fanclub kritisiert "Sonnenkönigin"

„Es scheint tatsächlich Leute zu geben, die der Ansicht sind, ihnen gehöre der EHC alleine und sie könnten sich wie die Gutsherren des Bayreuther Eisstadions benehmen“, äußert die Mainkurve in dem auf Facebook und im Fanforum veröffentlichten Brief ihren Unmut. Der Name Margrit Wendel wird dabei nie genannt, sie wird nur als „Sonnenkönigin“ tituliert. Sie handle willkürlich, vergreife sich regelmäßig im Ton und mache den Fans das Leben schwer.

Der Fanclub stellt sich die Frage, ob es unter diesen Bedingungen weiter Sinn mache, „Mühe und Arbeit“ in Fanaktionen zu stecken. Stellt die Mainkurve ihre Unterstützung ein, ist das ein Problem für den EHC. Der Fanclub ist Stimmungsmacher im Stadion. Er stimmt die Fangesänge an, er ist verantwortlich für Choreografien.

Streit vor Spiel gegen Crimmitschau

Und bei der Planung einer dieser Aktionen kam es zum Vorfall, der das Fass zum Überlaufen brachte. Vor dem Spiel gegen die Eispiraten Crimmitschau brachte der Fanclub ein überdimensionales Banner im Stadion an. Die Aktion war mit den handelnden Personen des Vereins und der Stadt abgesprochen.

„Es herrschte eine entspannte und freundliche Atmosphäre. Bis unsere besagte Sonnenkönigin in ihrem Palast auftauchte“, schreibt die Mainkurve. Margrit Wendel habe die Fanclub-Mitglieder mit „Vehemenz aus dem Stadion geworfen“, „ohne jede Grundlage angeschrien“ und anschließend des Geländes verwiesen.

Die Fans akzeptieren, dass das Stadion vor dem Spiel aus Sicherheitsgründen nochmals geräumt werden muss, doch waren sie entsetzt über „den Umgangston, der hier zum wiederholten Male an den Tag gelegt worden ist“.

Fanbauftragten sprechen von schwieriger Zusammenarbeit

Auch die Fanbeauftragten des EHC, Carsten Herrmannsdörfer und Sebastian Ries, bestätigen, dass die Zusammenarbeit mit Margrit Wendel „oft schwierig“ ist: „Uns werden unnötig Steine in den Weg gelegt.“

Mit großer Sorge sehen sie die aktuelle Entwicklung: „Hoffentlich lassen sich die Probleme aus der Welt schaffen. Denn wir reden jetzt nicht mehr von einzelnen Ehrenamtlichen, die den Verein wegen Unstimmigkeiten verlassen. Jetzt ist eine ganze Fangruppierung betroffen, die maßgeblich für die gute Stimmung im Stadion verantwortlich ist.“

In der spielfreien Zeit war es zu einem Sommertheater gekommen, viele Mitarbeiter haben ihre Vereinsarbeit eingestellt. Viele Konflikte wurden öffentlich ausgetragen, der EHC gab in der Öffentlichkeit ein schlechtes Bild ab.

Vorwürfe seien "Blödsinn"

Margrit Wendel äußert sich nicht zu den Vorwürfen des Fanclubs, für sie ergreift ihr Mann Matthias das Wort. Der EHC-Vorsitzende erklärt, dass einiges nicht der Wahrheit entspreche oder im Brief unerwähnt bleibe. Als er einige Stunden vor Spielbeginn im Stadion ankam, hätten nur vier Personen die Vorbereitungen für die Choreografie getroffen. Etwa 20 weitere – zum Teil angetrunkene – hätten Eishockeytore aus dem Stadion geschafft und Fußball gespielt. Flaschen seien herumgelegen. „Schon allein aus Sicherheitsgründen mussten wir für Ordnung sorgen“, sagt Matthias Wendel. „Von unserer Seite ist da nichts falsch gelaufen, die Kritik ist nicht gerechtfertigt.“

Zudem sei die Aussage, seine Frau führe den Verein nach Gutsherrenart „Blödsinn“. Die meisten Entscheidungen im Verein werden von einem Dreiergespann getroffen. Dieses besteht aus Margrit und Matthias Wendel sowie Geschäftsstellenleiter Thomas Bothstede.

Margrit Wendel habe zwar kein offizielles Amt, sei jedoch vom Vorstand für verschiedene Bereiche (Sicherheitswesen, VIP-Lounge, Finanzbuchhaltung) eingesetzt worden. Ob die Fans der Mainkurve mit der Kritik an seiner Frau eine Grenze überschritten haben, lässt Matthias Wendel offen: „Das muss intern geklärt werden, aber wir nehmen den Brief als Anlass, uns mit dem Fanclub zu treffen und über die künftige Zusammenarbeit zu reden.“

Ihm sei es wichtig, durch klare Absprachen weitere Dissonanzen zu vermeiden: „Zwischen Verein und Mainkurve läuft es ansonsten gut. Wir zollen dem Fanclub großen Respekt für seine Fanaktionen.“

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