B 85: Erster Schritt zum Lkw-Verbot

In diesem Monat soll entlang der B85 jede Menge gemessen werden, bestätigt der Leiter des Staatlichen Bauamtes, Kurt Schnabel. Zum einen sollen zum ersten Mal überhaupt belastbare Zahlen zum Verkehrsaufkommen entlang der B85 im Allgemeinen und bei Heinersreuth im Besonderen erhoben werden. Auch die Kennzeichen der vorbeifahrenden Autos werden erfasst. Bei Unterbrücklein sollen zudem Lastwagenfahrer befragt werden, wohin ihre Reise geht. Die Kennzeichen der Lastwagen sollen auch in der Nacht erfasst werden.

Baustellen verzögern den Beginn

Eigentlich hätte das alles längst passiert sein sollen. Die Verkehrsbelastung entlang der B85 sollte ursprünglich schon zwischen den Pfingst- und Sommerferien gemessen werden. Aber dann kamen den Planern die Baustellen auf der A9 dazwischen. Und diese hätten die Wahl der Route vieler Verkehrsteilnehmer beeinflusst und damit das Ergebnis der Untersuchung verfälscht, erklärt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann in einem Schreiben an die Bürgerinitiative „Verkehr raus aus Heinersreuth“. Erste Ergebnisse des Gutachtens werden jetzt also für das kommende Frühjahr erwartet.

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Heinersreuths Bürgermeisterin Simone Kirschner reagiert erfreut auf die Nachricht vom Planungsbeginn. Kirschner sagt, sie selbst habe sich mehrfach an Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) gewandt, mit der Bitte, das Staatliche Bauamt mit der Planung zu beauftragen soweit die Behörde Kapazitäten frei habe. Gleichzeitig sei eine Kooperation mit der Uni Bayreuth beschlossen worden, wonach Studenten die Anwohner der Straße zur Empfundenen Verkehrsbelastung befragen sollen. Kirschner sagt, dass die Planungen jetzt eingeleitet würden, sei keineswegs selbstverständlich. Aufgrund der Einordnung des Projektes im Bundesverkehrswegeplan in die Kategorie „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ hätte es genauso gut passieren können, dass bis zum Jahr 2030 gar nichts passiere.

Der Gemeinderat muss sich positionieren

Sowohl Innenminister Herrmann als auch Schnabel, der Leiter des Staatlichen Bauamts, weisen darauf hin: „Eine wichtige Voraussetzung für die weitere Planung einer Ortsumgehung ist, dass sich der Gemeinderat Heinersreuth zum Vorhaben eindeutig positioniert und einen Trassenkorridor in den Flächennutzungsplan aufnimmt.“ Das werde der Gemeinderat tun, sobald die Ergebnisse der Untersuchung vorlägen, sagt Bürgermeisterin Kirschner. Schließlich sei es das erste Mal, dass Zahlen zu Verkehrsaufkommen und Fahrtzielen tatsächlich gemessen und nicht nur berechnet und geschätzt würden.

Fehler im Entwurf sorgen für Ärger

Tatsächlich hatten vergangenes Jahr diverse Daten im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans für Verwirrung gesorgt. Unter anderem war von Schutzgebieten die Rede, die es zumindest entlang des dem Plan zugrunde liegenden Trassenverlaufs gar nicht gibt. Staatssekretär Eck hatte zudem davon gesprochen, dass der Verkehr in Heinersreuth größtenteils hausgemacht sei und sich dabei auf Aussagen des Staatlichen Bauamtes berufen, das dieses weit von sich wies. Werte, die solche Aussagen zuließen, seien schließlich noch gar nicht erhoben worden. Das soll sich jetzt ändern.

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Eine Ortsumgehung werden wir aber auch 2030 noch nicht haben, schätzt Kirschner. Dazu sei der Ort zu gespalten, das Projekt vermutlich zu teuer, der Land- und Flächenverbrauch zu groß. Entsprechend gelte es, die Belastung für der Anwohner mittelfristig anders zu senken. Indem die B85 zwischen Unterbücklein und Bayreuth für den Schwerlastverkehr gesperrt und die Lastwagen über die Autobahnen A70 und A9 geleitet werden. Mit Ausnahme derer, die Gewerbetreibende im Ort beliefern. Darauf, glaubt Kirschner, könnte man sich auch im sonst so zerstrittenen Heinersreuth einigen.

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Kommentare

Falls diese Umgehung jemals kommt, darf Altenplos nicht auf dem Altar von Heinersreuth
geopfert werden. Der nicht zu rechtfertigende Flächenverbrauch und die immensen Kosten
sprechen gegen diesen anachronistischen Unsinn.
Unser bayerischer Innenminister, praktisch in jeder Talkshow als Verkehrsexperte, Herr Herrmann fordert die CSU-Bürgermeisterin Kirschner auf, dass sie sich zur Planung positionieren und den Trassenkorridor in den Flächennutzungsplan aufnehmen soll. In jedem Gemeindeblatt, in dem es um Baugebiete ging, vor denen das Staatliche Bauamt Bedenken hatte, standen dazu Abwägungen drin. Das Lösen von Konfliktpotenzial durch Baugebiete, dafür ist das Staatliche Bauamt zuständig, konnte man dort lesen und außerdem wurde Platz für die Ortsumgehung gelassen. Wenn sie den Platz freigelassen hat. Wo ist jetzt das Problem?
Wenn nun der Bayerische Innenminister die Position der Gemeinde einfordert, dann will Frau Kirschner erst mal genau anschauen, was 7 Studenten jetzt untersuchen werden. Das LKW-Verbot wurde schon unzählige Male abgelehnt. Ob ein LKW-Verbot geht, wird erst mal von Fachleuten einer Fachbehörde untersucht.
Das kann ich nicht verstehen, dass man Studenten über einen der anerkanntesten Spitzenpolitiker stellt.
Montag, 13. November 2017 - 11:06