Zahlen gehen nach oben Gelungener Ausbildungsstart

Gerade am Bau sind noch Stellen frei. Symbolfoto: Britta Pedersen/dpa

BAYREUTH. In Oberfranken starten in diesen Tagen mehr junge Menschen in einen Beruf als in den Vorjahren. Sowohl die Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken als auch die beiden in Oberfranken ansässigen Industrie- und Handelskammern (IHK), die IHK für Oberfranken Bayreuth und die  IHK zu Coburg, verzeichneten zum Ausbildungsstart mehr neu abgeschlossene Lehrverträge.

Nachdem 2016 die Ausbildungszahlen im Handwerk erstmalig seit zehn Jahren wieder angestiegen sind, setzt sich dieser Trend nach 2017 auch in diesem Jahr wieder fort, teilt die HWK mit: Zum 31. August wurden bereits 1830 neue Ausbildungsverträge im oberfränkischen Handwerk abgeschlossen. Das entspricht im Vorjahresvergleich einem leichten Plus von 0,44 Prozent, damals waren es 1822.

„Auch wenn offiziell erst am Jahresende abgerechnet wird, zeigen uns die aktuellen Zahlen, dass wir mit unserem Engagement um die jungen Leute auf dem richtigen Weg sind“, konstatiert HWK-Präsident Thomas Zimmer. Obwohl sich die Ausbildungszahlen konstant entwickeln, lässt der Fachkräftebedarf im oberfränkischen Handwerk laut Mitteilung dennoch nicht nach.

Einige Lehrstellen unbesetzt

„Trotz der erfreulichen Zahlen konnten einige Betriebe ihre Lehrstellen nicht besetzen“, wird HWK-Geschäftsführer Rainer Beck zitiert. Der Bedarf sei in allen Gewerken hoch, besonders aber im Baugewerbe und in den Lebensmittelhandwerken.

Im Kammerbereich der IHK zu Coburg stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse um 0,7 Prozent auf 739. Der Coburger Ausbildungsmarkt nimmt im bayernweiten Vergleich nach Angaben der Kammer eine Sonderrolle ein: Bei rückläufigen Schulabgängerzahlen in den Jahren 2015 bis 2018 seien bei der Zahl der Ausbildungsverträge erfreuliche Steigerungen zu verzeichnen gewesen. Auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe ist demnach in den letzten Jahren stetig gewachsen, im Gegensatz zum Trend im restlichen Bayern.

Das Coburger Lehrstellenangebot von 1563 entspricht einem Zuwachs von 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, schreibt die IHK. Auch die Zahl der Ausbildungsstellen-Bewerber ist gestiegen: um 2,2 Prozent auf 865. „Die Ausbildung des eigenen Nachwuchses ist für unsere Unternehmen das wichtigste Instrument gegen den Fachkräftemangel“, kommentiert IHK-Präsident Friedrich Herdan die aktuellen Zahlen. Dennoch öffne sich seit einigen Jahren kontinuierlich die Lücke zwischen angebotenen Ausbildungsstellen und Bewerbern und eine wachsende Zahl an Lehrstellen bleibe unbesetzt.

Zum Teil noch hoher Bedarf an Nachwuchskräften

Bei der IHK für Oberfranken Bayreuth gibt es zum Stichtag 31. August insgesamt 3373 neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse, wie die Kammer auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einem leichten Zuwachs von einem Prozent. Derzeit sind nach Angaben der Kammer in Oberfranken insgesamt 2893 Lehrstellen vakant. Demgegenüber stehen 791 Bewerber, die bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.

Auf dem Ausbildungsmarkt kommen nach aktuellem Stand demzufolge 3,7 Lehrstellen auf einen Bewerber. Besonders für die Berufe in den Bereichen der Gastronomie, im Einzelhandel, aber auch bei den Berufskraftfahrern und Lagerberufen haben zahlreiche Betriebe noch hohen Bedarf an jungen Nachwuchskräften, teilt die IHK mit.

In der Vergangenheit sei es immer öfter der Fall gewesen, dass es gerade in den ersten Monaten nach Ausbildungsstart eine große Dynamik am Ausbildungsmarkt gegeben habe. Erfahrungsgemäß sind der IHK zufolge bis zum 31. August knapp 80 Prozent der Ausbildungsverträge unter Dach und Fach - 20 Prozent aller Ausbildungsverträge werden erst danach unterschrieben.

 

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