Wirtschaftsjunioren Unternehmer, Club-Fan und neuer Präsident

Leidgeprüfter Präsident der Bayreuther Wirtschaftsjunioren: Andreas Herlitz ist Club-Fan. Foto:Andreas Harbach

ECKERSDORF. Sich ausprobieren; auch mal einen Fehler machen können, und zwar mehr oder weniger folgenlos; ein nahezu grenzenloses berufliches Netzwerk nutzen; oder einfach von Zeit zu Zeit nette Leute treffen – es gibt viele Gründe für junge Unternehmer und Führungskräfte, sich bei den Wirtschaftsjunioren zu engagieren, sagt Andreas Herlitz, der bei der Organisation gerade das Amt des Sprechers beziehungsweise Präsidenten für Bayreuth Stadt und Landkreis übernommen hat.

Rund 80 Mitglieder hat der Kreisverband, doch die möglichen Kontakte, die die Wirtschaftsjunioren bieten, sind schier endlos, sagt Herlitz. Denn bundesweit umfasst das Netzwerk rund 10.000 Mitglieder und weltweit Hunderttausende. Für wen das Sinn mache, der finde immer und überall und zu jedem Thema einen Ansprechpartner. Der 36-Jährige, der in Eckersdorf die zehn Mitarbeiter starke Bezirksdirektion einer großen Versicherung leitet, ist seit 2015 fest dabei und seit 2016 im Vorstand. Dort gibt es eine Art Automatismus: Erst wird man stellvertretender Präsident, dann Präsident, ehe man im dritten Jahr als Past-Präsident seinem Nachfolger noch zur Seite steht. Daniel Parzen, Bayreuther Metzger und frisch gebackener Stellvertreter von Herlitz, hat also beste Chancen, kommendes Jahr aufzurücken.

Sein Hobby Golfen wird dieses Jahr wohl etwas kürzer kommen, fürchtet Herlitz. Denn neben Job, Familie und seinem neuen Amt dürfte wenig Zeit bleiben. Auch seinem Lieblingsverein 1. FC Nürnberg muss er beim Kampf ums Überleben in der Fußball-Bundesliga aus der Ferne die Daumen drücken. Die Dauerkarte bei den Basketballern von Medi Bayreuth soll aber trotzdem genutzt werden.

Näher dran an jungen Themen

Forderungen an Politik und Gesellschaft haben die Wirtschaftsjunioren natürlich auch. Auch wenn sie denen anderer Wirtschaftsverbände ähneln, sei man schon wegen des Alters hier und da näher dran, sagt Herlitz. Etwa bei der praxisnäheren Ausgestaltung des Unterrichts an Gymnasien oder bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Thema, das den 36-Jährigen und seine Frau gerade selber beschäftigt.

Heiner Brand soll kommen

Einen Schwerpunkt setzen die Bayreuther Wirtschaftsjunioren in ihren verschiedenen Arbeitskreisen bei der Arbeit mit jungen Menschen. So geht es etwa bei der Aktion „Ein Tag als Azubi“ darum, Jugendlichen mit schlechteren Startchancen einen Einblick in Unternehmen zu geben. „Diese Kontakte haben auch schon zu Ausbildungsverträgen geführt“, sagt Herlitz. Außerdem gebe es Bewerbungstrainings für Schüler, deren Bewerbungsmappen würden geprüft und sie bekämen Verbesserungstipps. Mit der Aktion „Wirtschaftswissen im Wettbewerb“ würden Schüler weiterführender Schulen angesprochen – auch um die bessere Vermittlung wirtschaftlichen Wissens nicht nur zu fordern, sondern selber voranzubringen. Wer am besten abschneidet, wird zum Finale nach Berlin eingeladen. Nicht zuletzt habe sich seit vergangenem Jahr das offene Businessfrühstück etabliert, bei dem junge Führungskräfte ein Mal im Monat einen Blick hinter die Kulissen eines heimischen Unternehmens werfen können. Und im April soll Handball-Weltmeistertrainer Heiner Brand zu einem Vortrag nach Bayreuth geholt werden.

Wirtschaftsjunioren

Die Wirtschaftsjunioren sind ein IHK-nahes Netzwerk für junge Unternehmer und Führungskräfte. Mit Erreichen eines Alters von 40 Jahren geht die aktive in eine passive Fördermitgliedschaft über. Der Kreisverband Bayreuth hat rund 80 Mitglieder, bundesweit sind es etwa 10.000, die nach eigenen Angaben Unternehmen mit einer Wirtschaftskraft von gut 120 Milliarden Euro sowie mehr als 300.000 Mitarbeitern repräsentieren.

 

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