Wegen Sperrung Bürger sauer auf Autobahndirektion

Foto: Nils Katzenstein

HIMMELKRON. Auf „großes Unverständnis“ stößt in der Gemeinde Himmelkron die Sperrung der A9–Anschlussstelle Bad Berneck/Himmelkron in Fahrtrichtung Nürnberg. Die Gemeindeverwaltung habe ein Ansturm von Beschwerden aus der Bevölkerung sowie der heimischen Wirtschaft erreicht, teilte Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) mit. 

Schneider sprach von einer „großen Überraschung und einem gewissen Unverständnis“, was die Sperrung betrifft. Es sollte dringend versucht werden, eine andere Lösung zu finden. Nach dem tödlichen Lkw-Unfall zwischen Münchberg-Süd und Gefrees hatte die Autobahndirektion Nordbayern Konsequenzen gezogen und ab Donnerstag die Anschlussstelle aus Sicherheitsgründen gesperrt. Damit soll die Baustelle an der Lanzendorfer Brücke von Staus entlastet werden. 

Schneider stellte sich hinter die Bitten seiner Bürger, die Sperrung der Anschlussstelle wieder aufzuheben. „Die Beeinträchtigung unseres Wirtschaftsstandorts für einen nicht absehbaren Zeitraum stellt eine nicht kalkulierbare Gefahrenlage für alle Gewerbetreibenden in unserem Gemeindegebiet dar“, erklärte er in einer Pressemitteilung. Darüber hinaus sei es seine Pflicht, die Sicherheit und Ordnung im Gemeindegebiet aufrecht zu erhalten. Die Sperrung werde zu einer Störung des fließenden Verkehrs führen. 

Bei vielen Nutzern der A 9 sei das Gewerbegebiet Himmelkron auch wegen des vielfältigen gastronomischen Angebots ein beliebtes Ziel. „Das Verkehrschaos wird durch die urplötzliche Sperrung mit großer Sicherheit zusätzlich gefördert“, warnte Schneider. Er appellierte an die Autobahndirektion, eine weniger einschneidende Maßnahme in die Wege zu leiten.

Die Gemeinde Himmelkron favorisiere die Verjüngung der Fahrbahnstreifen im Baustellenbereich der Autobahn von fünf auf vier Spuren, damit könnten zwei Spuren breiter werden. Es wäre damit möglich, in beide Fahrtrichtungen auch bei erhöhtem Aufkommen des Schwerlastverkehrs „geregelt nebeneinander zu fahren“. Derzeit gibt es drei relativ schmale Fahrstreifen Richtung Berlin und zwei etwas breitere in Richtung Bayreuth. 

Thomas Pfeifer, Leiter der Dienststelle Bayreuth der Autobahndirektion Nordbayern, sagte auf Anfrage, die gesperrte Anschlussstelle solle die Staus im Baustellenbereich der Lanzendorfer Brücke reduzieren. Seit Dienstag laufe in dem Bereich eine Kameraüberwachung des fließenden Verkehrs auf der A 9.

Mitte, Ende nächster Woche sollen die Ergebnisse mit den zuständigen Stellen besprochen werden. Dann werde auch die Frage der Sperrung der Anschlussstelle und eine mögliche Reduzierung auf vier Fahrstreifen besprochen. Unterdessen forderte auch die Kulmbacher Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) eine vierspurige Verkehrsführung und die Freigabe der Auffahrt Himmelkron/Bad Berneck. Vier Fahrbahnen würden die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss verbessern. 

Auch Anwohner kritisieren die bisherigen Regelungen. Klaus Strößner aus Bindlach warnte davor, dass auf der B 303, auf der B 2 und durch Bad Berneck mehr Verkehr fließen werde. Auch er sorgte sich um die Tankstellen, Geschäfte und die Gastronomie im Bereich Himmelkron.

Strößner sprach von einem Sankt-Florians-Prinzip mit unbekannter Zeitdauer. „Bevor man so eine gewaltige Baustelle startet, muss man sich Lösungen für die Bewältigung des enormen Verkehrs machen, und nicht erst, wenn es Tote gegeben hat“, betonte er. Das Vorhaben der Autobahndirektion werde früher oder später „im totalen Chaos“ enden. 

 

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