Wachalski führt Medi zum dritten CL-Sieg

Solche Freiheiten nutzte Bayreuths Steve Wachalski (rechts) im Schlussabschnitt gnadenlos aus. Foto: Sven Ammon

In der Bundesliga ist Medi Bayreuth schon zwei Mal gestolpert, in der Champions League dagegen läuft es für das Team von Trainer Raoul Korner weiter wie am Schnürchen: Am Abend überwanden die Bayreuther auch die dritte Hürde auf europäischer Ebene. Sie gewannen beim slowenischen Meister und Pokalsieger Olimpia Ljubljana mit 90:77 (50:40) und festigten damit ihre Spitzenposition in der Gruppe C. So souverän sich das Endergebnis auch anhört, so souverän war es nicht immer. Gerade zu Beginn des letzten Viertels hatten die Bayreuther bange Minuten zu überstehen. Dann aber kam ein Mann und nahm das Heft in die Hand...

Einen 70:60-Vorsprung des ab der 3. Minute stets in Führung liegenden Medi-Teams hatten die Slowenen dank eines kleinen Zwischenspurts ihrer zwei Protagonisten – Foward Devon Oliver per Dunking und Center Jordan Morgan per Drei-Punkt-Spiel – bis auf fünf Punkte (65:70) im Schlussabschnitt eingedampft. Das Momentum schien nun auf der Seite der sich nun stetig steigernden Gastgeber zu liegen, das Spiel drohte zu kippen.

Dann aber Schlug die Stunde von Steve Wachalski. Mit vier verwandelten Freiwürfen und einem wilden Dreier in Zeitnot schraubte der Bayreuther Team-Senior den Vorsprung seiner Mannschaft binnen 85 Sekunden auf zwölf Punkte (77:65) nach oben. Als danach erneut Wachalski bei einer Restspielzeit von 4:34 Minuten auf 84:68 erhöhte, gab es keine Fragen mehr, wer das Parkett als Sieger verlassen würde. Dabei hatte sich der Flügelspieler nach eigenem Bekunden gar nicht so gut gefühlt. „Ich war beim Warmspielen gar nicht gut drauf. Zum Glück kommt es oft anders als man denkt.“

Gabe York der überragende Akteur

Dem zum Schluss so treffsicheren 34-Jährigen den Löwenanteil am Medi-Sieg zuzuschreiben, wäre allerdings nicht gerecht. Vor allem dem Mann gegenüber, der das Bayreuther Spiel über weite Strecken getragen hatte: Gabe York. Der Guard hatte mit 25 Punkten (darunter sieben von zwölf Dreiern), die er alle bis zu Beginn des Schlussviertels verbucht hatte, wesentlichen Anteil daran, dass Medi phasenweise mit bis zu 17 Punkten gegen Ljubljana führte.

Die ungewohnte Stille bei einem Spiel dieser Güteklasse – in der 12000-Mann-Arena waren nur rund eintausend Plätze besetzt – schien die Gäste förmlich zu beflügeln. Die Bayreuther starteten hervorragend. Dank guter Arbeit in der Verteidigung, schneller Ballzirkulation und variabler Wurfauswahl lagen sie schnell mit 12:5 in Front und zwangen Gastgeber-Trainer Casper Okon zu einer frühen Auszeit. Dass das Team von Trainer Raoul Korner dann aber doch nur mit sechs Punkten Vorsprung ins zweite Drittel (26:20) startete, lag an der individuellen Klasse von Oliver und Morgan.

Slowenen bleiben in Schlagdistanz

Aber auch dieses Problem bekam Medi in den Griff: Die Bayreuther setzten ihre Distanz-Waffen ein. Ein Dreier von Robin Amaize und zwei von Gabe York brachten den Bundesligisten mit 35:20 in Front, riefen aber nun ihrerseits einen Distanzwerfer des Gegners auf den Plan: Der 32-jährige Flügelspieler Domen Lorbek hatte mit neun Punkten im zweiten Abschnitt wesentlichen Anteil daran, dass seine Team Anfang des dritten Viertels in Schlagdistanz blieb. In diesen vorletzten zehn Spielminuten gelang es den Bayreuthern trotz eines 8:0-Runs von Gabe York nicht, sich abzusetzen. Ganz im Gegenteil: Die nun Morgenluft witternden Slowenen gewann den Abschnitt knapp mit 20:18. Für eine Wende im Schlussviertel reichte es dann aber nicht mehr. Denn dann kam ja Wachalski.

Olimipi Ljubljana – Medi Bayreuth 77:90 (40:50)

Olimpia Ljubljana: KASTRATI (5 Punkte / 13:10 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -4), RADULOVIC (2 / 9:29 / -6), OLIVER (20 / 35:15 / -8), SPAN (6 / 32:00 / -7), Bubnic (0 / 4:44 / -5), Badzim (10 / 20:50 / -5), Morgan (18 / 30:30 / -7), Lorbek (14 / 29:38 / -5), HROVAT (2 / 24:19 / -27); Feldwurfquote: 27/56 (48 Prozent), davon 7/21 Dreier (33 Prozent): Lorbek (3/6), Kastrati (1/1), Oliver (1/3), Span (1/3); Freiwürfe: 16/23 (70 Prozent); Rebounds: 25 defensiv, 7 offensiv (Oliver 9/1); Ballgewinne: 9; Ballverluste: 18 ; Assists: 17 (Olliver 5); Effektivität: 83 (Oliver 31, Morgan 19, Lorbek 13).

Medi Bayreuth: ROBINSON (10 / 24:30 / 6), LINHART (9 / 30:24 / 9), Doreth (5 / 22:45 / 13), SEIFERTH (8 / 19:01 / 0), Wachalski (12 / 13:55 / 13), Amaize (3 / 10:12 / 7), BROOKS (12 / 26:04 / -0), YORK (25 / 32:06 / 4), Marei (6 / 20:58 / 13); Feldwurfquote: 33/69 (48 Prozent), davon 12/29 Dreier (41 Prozent): York (7/12), Wachalski (2/4), Amaize (1/1), Brooks (1/2), Doreth (1/8); Freiwürfe: 12/15 (80 Prozent); Rebounds: 24 defensiv, 11 offensiv (Marei 5/3, Wachalski 4/1); Ballgewinne: 12 (Doreth 3); Ballverluste: 12 (Brooks 3, Marei 3); Assists: 21 (Linhart 6, Doreth 5); Effektivität: 108 (York 25, Wachalski 16, Linhart 15, Robinson 11).

SR: Mazzoni (Italien), Manos (Griechenland), Suslov (Estland);

Zuschauer: 1100.

Viertel: 20:26, 20:24, 20:18, 17:22.

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