Vier Tage lang Dreharbeiten im MWG für den dritten Teil der Edelstein-Fantasy-Reihe "Smaragdgrün": Bayreuther Gymnasium als Filmkulisse

Im Bayreuther Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG) surren seit Donnerstag die Kameras. Zum Abschluss der Edelstein-Triologie nach "Rubinrot" und "Saphirblau" folgt nun „Smaragdgrün“. Der erste Drehtag dauert bis tief in die Nacht.

Im Gang vor dem Klassenzimmer stehen Frauen mit Turmfrisuren und Männer in Strumpfhosen. Sie kommen gerade frisch aus der Maske. Vier Maskenbildner kümmern sich allein um die 38 Komparsen. Das Frisieren der Haare dauert am längsten. Zum Schluss klebt ein Schwall Haarspray aus der Sprühpistole die aufwendigen Frisuren zusammen. Die Visagisten arbeiten wie am Fließband. Denn oben in der Schulaula wird bereits das erste Bild gedreht. Im zweiten werden die Komparsen gebraucht. Sie spielen die Gäste einer barocken Party im Jahr 1786.

Nachts im Labyrinth

Das Gymnasium kennen die Filmleute noch von ihrem ersten Bayreuth-Besuch 2012. Auch für den ersten Teil „Rubinrot“ der Edelstein-Triologie nach den Romanen von Kerstin Gier wurde aus der Schule ein College. Kerzenständer und Leuchter, Gemälde und ein Spiegel mit dickem Goldrahmen lassen es zu einem Schlösschen werden. „Beim ersten Mal waren wir hauptsächlich in der Ludwigstraße“, sagt Produzent Thomas Blieninger. „Jetzt sind wir für vier Tage hier und drehen noch bis Dienstag.“ Einen Außendreh plant er dennoch: Freitagnacht im Labyrinth von Schloss Fantaisie in Donndorf.

Erst Coburg, dann Bayreuth

Begonnen haben die Dreharbeiten für den Kinofilm, der wohl erst im nächsten Jahr ausgestrahlt wird, am 14. April. Vier Wochen Nordrhein-Westfalen, eine Woche Thüringen, drei Tage Coburg und nun vier Tage Bayreuth. Und am Ende der 36 Drehtage reist die Filmcrew zu den Schlussszenen nach Schottland. „Ein Riesenaufwand für gut 120 Minuten Film“, gibt Blieninger zu. Am Filmset arbeiten mindestens 70 Leute, die einen großen Fuhrpark mitgebracht haben. Rund zwanzig Sprinter und 7,5 Tonner parken vor und hinter der Schule. Zwei Kräne, an denen Scheinwerfer montiert sind, leuchten den Drehort im ersten Stock von außen aus. „Wir sind jeden Tag an einem neuen Ort. Jeden Tag müssen wir uns neu darauf einstellen“, sagt Blieninger, „wie ein Zirkus.“

Nur übernachten die Künstler nicht in Zelten oder Wohnwägen, sondern im Hotel. In ihrem eigenen Bett schlafen dürfen Celina Zeitler, Christina Tracht und Sabine Lippold. Die drei Bayreutherinnen, eine MWG-Schülerin, eine Erzieherin des Internats und eine Mutter, wirken als Statistinnen mit. Um 15 Uhr mussten sie da sein und warten jetzt auf ihren Einsatz. „Weil ich die Zeit, in der das spielt, interessant finde“, ist Sabine Lippold dabei. Außer vielleicht einer kleinen Kleidergröße habe es keine besonderen Voraussetzungen gegeben. Piercings oder Tattoos sind aber nicht erlaubt, zu groß dürfen die Komparsen auch nicht sein. „Das war gar nicht so leicht, Männer zu finden, die dem entsprachen“, sagt Regieassistentin Anne Stoye.

Die zierliche Frau hat sich einen Stuhl geschnappt, auf dem sie nun steht. Gegen 19 Uhr weist sie Komparsen endlich ein. „Ihr dürft euch leise unterhalten, nur nicht über Dinge, die es früher nicht gab.“ Einer der Hauptdarsteller werde „Du Lustmolch“ rufen und durch die Menge der Ballgäste hindurchrennen, dabei lasse ein Diener ein Tablett fallen. „Wie erkennen wir denn?“, will ein Mann wissen. „Er trägt eine dunkelrote Jacke. Aber wir üben das später noch“, wirkt sie beruhigend auf ihn ein.

Maria Ehrlich, die Hauptdarstellerin, hat zu diesem Zeitpunkt die Schultheaterszene schon mehrmals gespielt. Noch eine Wiederholung steht bevor. Sie reckt sich kurz, wartet geduldig, zwinkert gut gelaunt. Eine lange Nacht - na und?

 

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