Verschiedene Bergwachten üben das Aufnehmen und Ablassen am Hubschrauber auf unwegsamen Gelände Rettung kommt aus der Luft

Für die Zaungäste ist es etwas Besonderes, für die Mitglieder der Bergwacht nicht: Die Übung mit einem Hubschrauber, die in Pottenstein im Klumpertal durchgeführt wurde.

Es waren 17 Teilnehmer verschiedener Bergwachten, die sich im Klumpertal versammelt hatten. Nicht nur aus Pottenstein, sondern etwa auch aus Amberg oder Kulmbach. Das Ziel: Sich per Seilwinde von einem Hubschrauber aufnehmen und im unwegsamen Gelände wieder absetzen zu lassen. Stephan Kraus, Ausbildungsleiter der Luftrettung für die Bergwacht Bayern, Region Frankenjura, sagt: „Es ist schon viele Jahre her, als wir das zuletzt mit der Bundeswehr gemacht haben. Normalerweise machen wir das mit der deutschen Luftrettung, manchmal auch mit der Polizei.“

Enge Zusammenarbeit mit zivilem Bereich

Diesmal war es der nationale Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr (SAR), der mit seinem Hubschrauber Bell UH-1D vor Ort war. „Es gibt drei permanent eingerichtete SAR-Kommandos. Die sind 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche in Bereitschaft. Wir kommen jetzt aus Niederstetten in Baden-Württemberg“, sagt Major H., der mit Oberleutnant J. den Hubschrauber fliegt, während der Luftrettungsmeister und Windenbediener Stabsfeldwebel L. (die Namen dürfen aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden) sich um das Aufnehmen und das Ablassen der Rettungskräfte kümmert. Das SAR-Kommando arbeitet eng mit dem zivilen Bereich zusammen. „Wir machen oft solche Kurse. Unsere Hauptaufgabe ist allerdings ein andere. Eigentlich sind wir dafür da, um abgestürzte und vermisste Luftfahrzeuge zu suchen. Da das in Deutschland allerdings nicht so oft der Fall ist, können wir auch anders eingesetzt werden. Eben um Rettungskräfte an sehr schwer zugängliche Gebiete zu bringen sowie Verunfallte und Rettungskräfte auch wieder abzuholen. Und manchmal unterstützen wir auch die Feuerwehr bei Bränden“, so der Major weiter. Dann kann man an den Hubschrauber einen Löschwasserbehälter anbringen und aus der Luft löschen. Im Grund genommen sei es aber ein tägliches Geschäft, verunglückte Wanderer zu bergen, auch wenn, dies ein untergeordneter Auftrag sei.

Lagebesprechung wird gemacht

Bevor es in die Luft geht, wird eine Lagebesprechung gemacht und der Übungsablauf festgelegt. Die Gebiete besprochen, in denen man abgesetzt wird. Im Anschluss gibt der Windenbetreuer und Luftrettungsmeister eine Einweisung in die, doch mit 40 Jahren alten, in die Jahre gekommene Maschine – ein Auto hätte inzwischen ein Oldtimerkennzeichen. Wo sich der Feuerlöscher befindet, wo das Verbandszeug ist und wie man sich im schlimmsten Fall am besten aus dem verunglückten Hubschrauber befreien könnte. Was sein muss, muss sein.

Auch wenn es für einen Außenstehenden spektakulär ausschaut, wenn der Hubschrauber in die Luft steigt, einem ein irrer Wind entgegen kommt, die Winde von oben herabgelassen wird, und sich die Männer und Frauen der Bergwacht in den Karabiner einklinken und nach oben gezogen werden – die Teilnehmer haben das schon zigmal gemacht. Und im Vorfeld das auch immer wieder geübt. Kraus: „Bevor man das machen kann, muss erst einmal im Bergwacht-Trainingszentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz geübt werden.“ In diesem Trainingszentrum hängt eine umgebaute Hubschrauberzelle an der Decke. Hier können die Leute von der Bergwacht trocken üben, bevor es in die Wirklichkeit geht.

Oft werden Bergretter aufgenommen

Und tatsächlich, laut Kraus gibt es sehr oft Fälle in seinem Gebiet, das vom Altmühltal, Bayreuth, die nördliche Oberpfalz bis kurz vor Schweinfurt geht, in denen man Hubschraubereinsätze braucht: „Aus der Luft müssen die Rettungskräfte selten aufgenommen werden. Aber, das Bergretter, die bei einer verunglückten Person sind, sich schließlich dann von einem Hubschrauber aufnehmen lassen müssen, ist nicht selten.“

Und wie ist es in Pottenstein gelaufen? „Soweit ganz gut. Allerdings mussten wir eine Übung am Abend abbrechen. Da kam dann Bodennebel auf und es begann zu schneien. Die Soldaten mussten ja auch wieder zu ihrem Stützpunkt zurück fliegen. Man muss ja kein unnötiges Risiko eingehen“, so Kraus.

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