Universität bekommt 865 000 Euro für neues Forschungsprojekt – Weiterbildung Baustein zur Fachkräftesicherung Bayreuth wird zum Bildungs-Vorbild

Ist als Weiterbildungsangebot für Fachkräfte besonders erfolgreich: Die Campus-Akademie der Uni Bayreuth. Foto: red

Gute Ideen aus Oberfranken sollen Vorbild für ähnliche Regionen im ganzen Bundesgebiet werden. So lässt sich ein neues Forschungsprojekt der Universität Bayreuth beschreiben. Das Bundes-Bildungsministerium stellt dafür bis Januar 2018 knapp 865.000 Euro zur Verfügung. Es geht um Weiterbildung als Baustein zur Fachkräftesicherung.

Erstmals wird in dem Projekt der spezielle Weiterbildungsbedarf oberfränkischer Unternehmen systematisch erfasst und sorgfältig analysiert. Hieraus sollen besondere Angebote entwickelt werden, mit denen sich Fachkräfte in unserer Region weiter qualifizieren können. Das ist umso wichtiger, als nach vielen Prognosen in den nächsten 20 Jahren die Bevölkerung um mehr als zehn Prozent schrumpfen wird. Aber: Oberfranken zählt zu den Regionen mit der höchsten Industriedichte bundesweit. Für die hier ansässigen Unternehmen ist es zukunftsentscheidend, dass sie Fachkräfte gewinnen und halten können. Professor Dieter Brüggemann von der Uni Bayreuth zählt auf: „Wir sprechen von Unternehmen der Werkstoff-, Energie-, Elektro- und Kraftfahrzeugtechnik. Eine Vielzahl der Betriebe ist hoch modern. Diese sind oft Marktführer, aber wenig bekannt. Das erschwert die Gewinnung von Fachkräften in anderen Regionen.“

Weiterbildung sei ein Schlüssel zur Fachkräfte-Gewinnung: „Uni-Absolventen achten durchaus auf ihre Möglichkeiten bei einem neuen Arbeitgeber. Es gibt nur noch sehr selten Menschen, die sagen: Jetzt habe ich meinen Abschluss, ich mache die nächsten 30 Jahre meinen Job.“ Brüggemann weiß, wovon er spricht. Er ist Weiterbildungsbeauftragter der Universität und leitet die Campus-Akademie. Deren Angebot zieht seit mehr als zehn Jahren sehr erfolgreich Arbeitnehmer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland an.

Die Studiengänge und Seminare der Campus-Akademie sind so gefragt, dass die eingenommenen Teilnehmergebühren von jährlich etwa einer Million Euro die Kosten vollständig decken: „Die Teilnehmer zahlen diese Gebühren aus ihrer Tasche. Unser Angebot ist es ihnen wert.“ Die Campus-Akademie bietet zwei Master-Studiengänge an: Health Care Management und Sportmanagement. Jedoch sind diese Kurse bisher nicht auf die Region zugeschnitten. „Diese Lücke möchten wir nun schließen“, führt Professor Brüggemann aus.

Das Forschungsprojekt heißt offiziell „Konzertierte Qualifizierungsoffensive der Region Oberfranken zur Weiterbildung von Fachkräften für die Zukunft“, kurz: QuoRO. Als Zielgruppen hat Brüggemann zum Beispiel Menschen ausgemacht, die nach längerer Auszeit flexibel studieren möchten, oder Fachkräfte, die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation zum Studium berechtigt sind, dieses Angebot jedoch wegen hoher Hemmschwellen nur selten nutzen. Auch Menschen mit Migrationshintergrund sollen angesprochen werden.

Die Universität versteht dieses Angebot nicht als Konkurrenz zu den Qualifikationsprogrammen der Kammern, sagt Brüggemann: „Es ist kein Gegeneinander, sondern eine Verzahnung.“ Uni-Präsident Stefan Leible ergänzt dies: „Die Entwicklung neuer Weiterbildungsmöglichkeiten ist Bestandteil des Wissens- und Technologietransfers, der in den kommenden Jahren systematisch ausgebaut werden soll. QuoRo passt daher ideal in das Gesamtkonzept unserer Universität.“

Info: Professor Dieter Brüggemann ist Direktor des Bayreuther Zentrums für Energietechnik und leitet das Forschungsprojekt gemeinsam mit Professor Manfred Miosga, Leiter der Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung. QuoRO wird erstmals bei der Auftaktveranstaltung des Bund-Länder-Wettbewerbs am 6./7. Oktober in Berlin vorgestellt.

 

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