Umbau nach Leerstand Das Fritz in Kulmbach soll ein neues Gesicht bekommen

Die letzten Tage von Depot in Kulmbach sind angebrochen. Die meisten Regale sind bereits leer. Die wenigen Waren, die noch im Laden sind, gehen mit einem Rabatt von 70 Prozent über den Tresen. Foto: Melitta Burger

KULMBACH. Die meisten Regale in der Filiale von „Depot“ im Kulmbacher Einkaufszentrum Fritz sind leer geräumt. Nur noch wenige Waren sind im Geschäft. Wer noch etwas findet, kann sich über 70 Prozent Nachlass freuen. „Alles muss raus“ ist in diesen Tagen die Devise. Depot wird Kulmbach verlassen. Für das Fritz bedeutet das einen weiteren Leerstand. Er ist nicht der einzige.

Auch im ersten Stock ist die Fläche, die der Modemarkt Adler gemietet hatte, weiterhin leer. Das Cafè, das zum Restaurant La Lista gehörte, ist aufgegeben, Ladenflächen stehen leer. Im September wird auch das Kaufland dem Fritz den Rücken kehren. Für den Eigentümer des Centers, die in Leipzig angesiedelte Firma Futura, ist das der Grund für einen Neustart. Das Fritz soll umgebaut werden. „Mehrere Millionen Euro werden wir investieren“, kündigt Futura-Unternehmenssprecher Maarten Koorn an. Spätestens im Herbst soll es losgehen. Dann, hofft Koorn, wird es auch Nachmieter für die 6000 Quadratmeter große Kaufland-Verkaufsfläche geben.

Bessere Anbindung des Parkhauses

Die Fluktuation im Fritz ist in den vergangenen Jahren hoch. Zahlreiche Geschäfte, darunter auch ein Buchhändler, der Teeladen oder die Cecil-Filiale, haben geschlossen. Aber es kamen auch Neue: Tedi verkauft jetzt Haushaltswaren im Fritz, ein Küchenstudio hat aufgemacht, und ein Modeladen verkauft jetzt Waren aus Insolvenzen und Geschäftsauflösungen. Wechselnde Mieter sind für Maarten Koorn nicht ungewöhnlich. In jedem Ende sieht Koorn auch die Chance für einen neuen Anfang, wie er sagt.

Der „neue Anfang“ für das Fritz wird, wie der Futura-Sprecher erklärt, alles andere als klein. Allein die Rollsteige, die in etwa dort entstehen sollen, wo jetzt noch Depot seinen Ausverkauf macht, wird eine Million Euro kosten. Die Rollsteige sollen es möglich machen, das Parkhaus mit seinen rund 900 Stellplätzen direkt mit der Mall zu verbinden. Das sei wichtig, um Kunden mit Einkaufswagen den Weg zu ihren Fahrzeugen zu erleichtern.

Kaufland-Fläche wird aufgeteilt

Ein oder sogar zwei neue Lebensmittelhändler sollen die Lücke schließen, die das Kaufland hinterlassen wird. Die Fläche das jetzigen Supermarkts soll in zwei oder sogar drei Geschäfte aufgeteilt werden. Futura sei bereits im Gespräch mit mehreren potenziellen neuen Mietern aus dem Lebensmittelsektor. Im zweiten Quartal 2019, hofft Koorn, könnte es vielleicht schon konkretere Aussagen dazu geben. „Wenn das klappt, kann es weitergehen.“ Was für den Unternehmer feststeht: „6000 Quadratmeter für einen einzigen Mieter sind zu groß.“

Doch für das Fritz gibt es noch weitere Pläne, die ebenfalls derzeit stillliegende Flächen betreffen. Im Obergeschoss, wo bis März 2018 noch auf zwei Etagen der Adler-Modemarkt gewesen ist, soll ebenfalls umgebaut werden. Auf den Flächen im zweiten Geschoss sollen Büros entstehen, für die dann auch Mieter gesucht werden. Auf der unteren Etage des ehemaligen Adler-Ladens ist weiterhin an Einzelhandel gedacht. Möbel, sagt der niederländische Geschäftsmann, könne er sich dort gut vorstellen. Aber es gebe auch noch andere Möglichkeiten.

Mehre Millionen Euro für den Umbau

So schnell wie möglich soll der Umbau im Fritz beginnen. Die Rollsteige und die Neugestaltung der Kauflandfläche können erst nach September begonnen werden, wenn der bisherige Mieter ausgezogen ist. Aber für den Umbau anderer Flächen kann sich Koorn auch schon einen früheren Zeitpunkt vorstellen. „Wo es passt, können wir schon vorher beginnen und damit versuchen, die Flächen so schnell wie möglich wieder zu betreiben.“

Mehrere Millionen Euro an Investitionen im Fitz seien eingeplant. Die Planungen liefen auf Hochtouren. Immer wieder kommt Maarten Koorn nach Kulmbach, um mit Centermanagerin Anja Curioso Naiaretti und möglichen Mietern zu sprechen. Computeranimationen, wie das Center nach dem Umbau aussehen wird, gibt es bereits. Jetzt wird, sagt der Futura-Sprecher, noch an den Feinheiten gearbeitet, bevor es endgültig losgeht.

Die Aussichten für das Kulmbacher Einkaufszentrum, das 1999 eröffnet wurde und in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, bewertet Koorn positiv: „Es soll sich etwas bewegen in diesem Jahr. Es sieht eigentlich sehr gut aus für das Fritz.“

 

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