Thema: Hausärzte Ein Sturm zieht auf

Zum Artikel „Hausärzte-Mangel verschärft sich“, Kurier vom 13. März.

Auch in Bayreuth finden (Haus-)Ärzte keinen Nachfolger mehr. Als Hausarzt darf ich verraten, dass dies unter anderem daran liegt, dass der Staat nicht mehr bereit ist, die freiberufliche Tätigkeit eines selbstständigen Arztes angemessen zu vergüten. Im Gegenteil: er schafft ein bürokratisches Chaos im Gesundheitswesen.

Seehofer selbst hat 1993 damit begonnen: Budgetdeckel und in Folge eine unterfinanzierte Pauschalbehandlung für komplexe individuelle Probleme der Kassenpatienten mit eingebauter Kostenverantwortung für den Arzt. Nach 25 Jahren sehen wir die Quittung: Die Kassen dürfen etwa vier Jahre rückwirkend Therapiekosten vom verschreibenden Arzt zurückfordern, wenn sie der diffusen Meinung sind, das war nicht notwendig.

Solche Risiken kann kaum noch ein Arzt tragen. Ein neues Gesetz passiert in diesen Tagen den Bundestag: TSVG, mit knallharten arroganten Entscheidungen, die von keinerlei Sachkenntnis getrübt sind, aber tief in die Strukturen der Leistungsträger dieses Systems eingreifen.

Ein Sturm zieht auf. Vor allem für alte Menschen, chronisch Kranke und Pflegebedürftige wird es künftig schwer, einen Arzt zu finden, der sich unbedrängt von geldgeilen Sparwünschen gieriger Sozialbürokraten um das Wohl des Kassenpatienten kümmern kann.

Es wird für die Kassenpatienten dank SPD und Spahn noch teurer, denn einen guten Arzt wird es immer häufiger nur noch gegen Barzahlung geben. Der Staat zieht sich weiter zurück aus der gesundheitlichen Daseinsvorsorge. 

 

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