Thema: Emil Warburg Windparks und Photovoltaik sind keine Alternativen

Zum Artikel „Alles ist Physik“, Kurier, Kinderseite vom 28. Januar.

Der Artikel erinnert an den herausragenden Physiker Emil Warburg. Unsere Kanzlerin soll ja auch Physik studiert haben, trotzdem hat sie nach Fukushima den Ausstieg aus der Kernenergie angeordnet. „Trotzdem“ deshalb, weil die japanischen Reaktoren amerikanischer Uralt-Bauart im Gefährdungsgebiet von Tsunamis und Erdbeben erbaut wurden.

In diesen Wochen läuft ein Prozess gegen drei Manager des Betreibers TEPCO wegen fahrlässiger Tötung von Menschen, die in den betroffenen Kernkraftwerken gearbeitet haben. Wohlgemerkt gegen führende Mitarbeiter von TEPCO, nicht etwa gegen die japanischen Genehmigungsbehörden, die die Kernkraftwerke trotz des extrem gefährlichen Standorts genehmigt haben.

Man muss wissen, dass sich an diesem Standort in der Vergangenheit deutlich gefährlichere Tsunamis ereigneten, was den Behörden durchaus bekannt war. Nun, unsere Physikerin an der Spitze des Staates hat wohl aus dem Bauch entschieden. Die Absicht war, aufgrund ihres vorschnellen „Atomausstiegs“die Landtagswahl in Baden-Württemberg zu gewinnen. Das Ergebnis war Kretschmann, ein Grüner, der aufgrund seiner überlegten Handlungsweisen meines Erachtens sehr viel mehr geeignet wäre, an der Spitze unseres Staates zu stehen, als Physikerin Merkel.

Auf Ihrer „Kinderseite“ tun Sie etwas, was man auch bei Kindern nicht tun soll: Zweifellos ist die Kohleverbrennung klimaschädlich, aber nicht, weil „beim Verbrennen von Kohle besonders viele klimaschädliche Gase entstehen“, sondern weil besonders viel klimaschädliches Gas entsteht, nämlich Kohlendioxid.

Was sind die Alternativen zu den Atomkraftwerken und den Kohlekraftwerken? Sicher nicht und schon gar nicht allein die Windparks in der Nordsee und die Photovoltaikanlagen und die Windkraftanlagen im Binnenland. Windkraft und Photovoltaik hängen vom Tageslauf und vom Wetter ab.

Wo soll nun der Strom herkommen? Gasgefeuerte Kraftwerke wären natürlich eine Lösung, aber Gas ist teuer und die Verbrennung erzeugt auch Kohlendioxid. Noch gibt es nicht näherungsweise ausreichend Alternativen zu den Grundlastkraftwerken und unsere Physik-Kanzlerin scheint denselben Fehler noch mal zu machen wie bei der sogenannten Energiewende. Erst schaltet man die Kraftwerke ab, dann baut man die notwendigen Höchstspannungsleitungen. Hätte man die Leitungen zur Bedingung für den Atomausstieg gemacht, wären die Leitungen längst gebaut.

Unser sprachgewandter Wirtschaftsminister Altmaier verspricht das Blaue vom Himmel. Nichts davon wird er halten können. Das Abschalten der Kohlekraftwerke führt zwangsläufig zum Versorgungsnotstand mit Strom.

Es ist ein Wahnsinn, mit welcher Leichtfertigkeit in unserem blühenden Land das Chaos riskiert wird. Herr Altmaier hat nicht eine vernünftige Alternative in der Schublade, wie rund um die Uhr Versorgungssicherheit garantiert wird nach dem Abschalten der Kohlekraftwerke. Oder hofft er im Notfall auf die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken? Das wird nicht gehen. 

Und schließlich ärgere ich mich über das Bild auf Seite 12. Da steht „Beim Verbrennen von Kohle entstehen viele klimaschädliche Gase.“ Gezeigt werden Kühltürme, wie sie jedes Wärmekraftwerk braucht. Was aus diesen Kühltürmen sichtbar entweicht, ist kein klimaschädliches Gas, sondern ausschließlich Wasserdampf. Kinderverdummung gilt nicht.

 

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