Steueroase: Waldenfels auf Bahamas-Liste

Georg von Waldenfels war Politiker und Sportfunktionär. In letzterer Funktion taucht er in den Bahamas-Dokumenten auf. Foto: Ritter

Die Karibik, ein Paradies - auch für Leute, die Steuern sparen oder Geld waschen wollen. Nun sind wieder Daten aufgetaucht. Mit dem Namen des ehemaligen bayerischen Finanzministers und Sportfunktionärs Georg von Waldenfels. 

Erneut sind vertrauliche Dokumente an die Öffentlichkeit gedrungen, die zeigen, wie Politiker und Superreiche die Karibik als Steueroase nutzen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, taucht auch ein ehemaliger bayerischer Finanzminister auf: Georg von Waldenfels. Der gebürtige Hofer, Chef der Gesellschaft der Freunde Bayreuths, war nach seinem Rückzug aus der Politik  Präsident des Deutschen Tennis-Bundes und Mitglied im Führungsgremium des Welt-Tennisverbands ITF. In dieser Funktion war er einer der Direktoren der 1997 gegründeten Bahamas-Firma ITF Ltd. Der „Süddeutschen“ gegenüber bestätigte von Waldenfels dies.

Die ITF lässt erklären, dass man seinen Sitz verlegt habe, weil man sich vor Klagen habe schützen wollen.

Riesen-Datenpaket

Der „Süddeutschen“ waren 38 Gigabyte Daten aus dem Unternehmensregister der Bahamas zugespielt worden – Daten über rund 175  000 Briefkastenfirmen, Trusts und Stiftungen, die seit 1990 auf den Bahamas gegründet wurden. Prominentester Name: Neelie Kroes. Die frühere EU-Kommissarin wird als Direktorin einer Briefkastenfirma auf den Bahamas geführt. Die Firma Mint Holdings Limited, der Kroes vorstand, wurde für ein geplantes Milliardengeschäft mit dem US-Energiekonzern Enron gegründet, erklärte nach Berichten des "Focus" Kroes’ Anwalt. Kroes scheint dabei allerdings Offenlegungspflichten verletzt zu haben.

Erst im April hatten die Panama Papers enthüllt, wie Mafiosi, Stars und Politiker ihr Geld vor dem Staat versteckten.⋌we

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