So reagieren Autohäuser auf Dieselskandal

Betrifft der Dieselskandal auch Kulmbacher Autohändler? Foto: Patrick Pleul/dpa

Der Diesel ist in Verruf geraten, die Nachfrage sinkt. Das trifft auch Autohäuser in Kulmbach. Doch einige haben bereits Strategien entwickelt.  

Autotechnik Hahn: Setzen schon seit Jahren auf Hybridtechnik

Harald Becher, Verkäufer beim Toyotahändler Hahn, hat Grund zur Freude. Im Autohaus Hahn werden nicht weniger Dieselautos gekauft. „Toyota setzt schon seit drei Jahren auf Hybridtechnik.“ Was ihm jedoch auffällt: Es kommen mehr Kunden, die einen Diesel in Zahlung geben möchten. „Wir nehmen die Autos dann natürlich“, sagt Hahn. Dennoch sei weniger als eines von zehn Autos auf dem Hof ein Diesel. „Ich kann mir aber vorstellen, dass die Kollegen von Volkswagen oder Audi wegen ihrer größeren Dieselflotte auch größere Probleme haben.“ Der Grund: Zwei von drei Fahrzeugen von Volkswagen und Audi hätten einen Dieselmotor. Viele Firmen kaufen diese Autos, weil ihre Mitarbeiter damit lange Strecken fahren.

Motorgruppe Sticht: Deutliche Rückgänge  

Mario Rucker verkauft Neuwagen der Marke Seat bei der Motorgruppe Sticht in Kulmbach. Hier merkt man den Diesel-Skandal deutlich. Der Anteil der verkauften Wagen mit Dieselmotoren sei verschwindend gering – mittlerweile seien neun von zehn verkauften Autos Benziner. „Wir sind vorsichtiger geworden was den Ankauf von Dieselautos betrifft“, sagt er. Immerhin sei es heute deutlich schwieriger als noch vor eineinhalb bis zwei Jahren, diese wieder zu verkaufen. „Wir müssten den Verkaufspreis um bis zu 15 Prozent reduzieren, um den Diesel vom Hof zu bekommen“, sagt Rucker. Darunter leiden auch Kunden, denn beim Ankauf eines gebrauchten Dieselfahrzeugs kann Rucker nicht mehr den Preis zahlen, den das Auto noch vor einigen Jahren wert gewesen wäre.

Autohaus Herrnleben: Keine Probleme

Anders hingegen geht es dem Autohaus Herrnleben in Kulmbach. Der BMW-Händler hat kaum Einbrüche hinsichtlich des Dieselauto-Verkaufs zu verzeichnen. „Minimal zurückgegangen ist der Absatz“, sagt der Serviceberater Andreas Körber. Der Grund: Das Autohaus hat viele große Firmen als Kunden, die Dieselfahrzeuge für ihre Mitarbeiter kaufen. Und die gebrauchten Dieselfahrzeuge entsprächen mindestens den Euro-5-Diesel-Ansprüchen, weshalb es auch in diesem Bereich kaum Rückgänge gebe. Deshalb liege der Anteil der verkauften Dieselfahrzeuge auch in diesem Quartal nahezu unverändert bei etwa 40 Prozent.

 

 

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