Seniorenbeirat stellt der Partei ein Ultimatum Wirbel um einen CSU-Werbebrief zur Wahl

In der Sitzung des Seniorenbeirats am Dienstag ging es zur Sache. Die Wahlwerbung, die die CSU in diesen Tagen Bayreuther Senioren in die Briefkästen steckte, regt Evelyn Keltz auf. Weil eine von sechs Unterschriften der CSU-Verantwortlichen die von Elisabeth Bauriedel ist. Nicht als Stadträtin, nicht als CSU-Funktionärin, sondern mit dem Zusatz: Seniorenbeirat Stadt Bayreuth. Keltz nennt das „eine Anmaßung". Auch andere Parteien regen sich darüber auf.

Im Namen des unabhängigen Seniorenbeirats Wahlwerbung für die CSU zu machen, das geht ihrer Meinung nach nicht. Und damit, sagt Keltz, steht sie nicht allein: Stadträte anderer Parteien hätten sie auf den Brief der CSU angesprochen, ihren Ärger darüber kundgetan.

Am Dienstag wollte Keltz im Seniorenbeirat Antworten: Wie viele Adressaten hat die CSU angeschrieben? Und wie kommt es dazu, dass Elisabeth Bauriedel im Namen des Seniorenbeirates für ihre Partei wirbt? „Frau Bauriedel konnte mir meine Fragen nicht beantworten.“ Deshalb setzte Keltz ein Ultimatum: Bis Mittwoch, 14 Uhr, solle sich die CSU öffentlich entschuldigen. „Wir waren über diese Werbeaktion nicht informiert. Der Seniorenbeirat distanziert sich ausdrücklich von dem Schreiben der CSU“, sagt sie dem Kurier. Sie überlege, Elisabeth Bauriedel aus dem Beirat auszuschließen.

„Die Bayreuther CSU bedauert, dass es durch die Formulierung der Unterschriftszeile bei Stadträtin Elisabeth Bauriedel zu Irritationen bei der Vorsitzenden des Seniorenbeirats gekommen ist“, heißt es in einer am Mittwochmittag veröffentlichten Stellungnahme des CSU-Kreisverbandes Bayreuth-Stadt. Die Unterschrift von Elisabeth Bauriedel sei nicht für den Seniorenbeirat als Institution, sondern als langjähriges Mitglied des Seniorenbeirats erfolgt. Und weiter: „Die CSU schätzt und stützt den Seniorenbeirat als politisch unabhängiges Beratungsgremium.“

Elisabeth Bauriedel selbst hat sich inzwischen Rat geholt. „Zwei Juristen haben mich in meiner Meinung bestätigt, dass ich als Mitglied des Seniorenbeirates diese Tatsache auch nennen kann. Es ist ja wohl kein Malus, dem Seniorenbeirat anzugehören.“ Sie sei ihrerseits „zutiefst enttäuscht“, wie man sie im Seniorenbeirat behandelt habe. Öffentlich entschuldigen solle sich die CSU, das habe Keltz von ihr gefordert. Zudem jeden der etwa tausend Empfänger des CSU-Briefes auf Bauriedels Kosten nochmals anschreiben und die Sache klarstellen. „Und sie wollte mich aus dem Ausschuss des Seniorenbeirates ausschließen“, sagt Bauriedel. „Ich bin noch nie so runtergebügelt worden.“ Entschuldigen werde sie sich nicht, sagt die CSU-Stadträtin. Zu einem Gespräch allerdings sei sie durchaus bereit.

Symbolbild: pa

 

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