Sanierung Die Staatsinstitute sind sicher

Die Sanierung am Geschwister-Scholl-Platz startet am 3. Dezember in die nächste Runde: Die Leiter der Staatsinstitute für die Ausbildung von Fachlehrern, Holger Edlich-Wolfshöfer (links), und von Förderlehrern, Heribert Engelhardt, in einem der bereits sanierten Seminarräume. Am 3. Dezember geht die große Sanierung in die nächste Runde. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Die Wiege der Ausbildung für Fach- und Förderlehrer in Bayern stand vor mehr als 50 Jahren in Bayreuth. Vor wenigen Jahren stand genau diese Ausbildung auf sehr wackligen Beinen. Jetzt allerdings sieht es deutlich besser aus für die beiden Staatsinstitute für die Ausbildung von Fachlehrern und Förderlehrern: Die Gebäude am Geschwister-Scholl-Platz, in denen die Institute ihren Platz haben, werden umfangreich saniert. Die nächste - bislang größte - Phase startet am 3. Dezember.

Es ist erst wenige Jahre her, da war "alles sehr vage", skizziert Holger Edlich-Wolfshöfer die damalige Situation für den Fortbestand der Staatsinstitute in Bayreuth. Die Institute waren zum politischen Spielball geworden. Man hatte sie für einen Umzug in frei werdende Räume in Pegnitz in Blick, die Institute waren lokalpolitisch ins Spiel gebracht worden, als es um einen möglichen Neubau der Graserschule ging. "All das ist jetzt vom Tisch", sagt Edlich-Wolfshöfer.

Und: Es wird in den Standort Bayreuth investiert. Rund 3,5 Millionen Euro stünden derzeit zur Verfügung, um die Gebäude fit zu machen. "Am 3. Dezember beginnen die Baustellenarbeiten mit dem Rückbau von Wänden, mit dem Austausch der Elektroinstallation, mit Rohrleitungsbau. Ab dem Tag wird es bei uns also laut."

Standortfrage scheint geklärt

Der umfangreiche Umbau, der auf eine erste Phase der Sanierung von Fachräumen folgt, "bedeutet, dass die Standortfrage geklärt ist", sagt auch Heribert Engelhardt, der Leiter des Staatsinstituts für die Ausbildung von Förderlehrern, das sich mit dem Fachlehrer-Institut den größten Teil des Gebäudes teilt. "Der große Vorteil ist, dass beide Institute jetzt mehr Raum bekommen und damit auch die Möglichkeit, den Standort auszubauen."

Denn: Bayreuth ist nicht nur bayernweit die einzige Stadt, in der Fach- und Förderlehrer unter einem Dach ausgebildet werden. Die Ausbildung zieht auch mehr und mehr Bewerber an. Engelhardts Förderlehrer-Institut, für das sich noch bis zum 15. Dezember Bewerber anmelden können, hat "aktuell immer fünf Bewerber auf einen Platz", bei Edlich-Wolfshöfers Fachlehrern sieht es nicht anders aus: "Wir haben 60 Plätze, die wir neu besetzen können, 300 Bewerber waren es auch in diesem Jahr - und wir hatten vor ein paar Jahren schon die Gelegenheit, um 30 Prozent aufstocken zu können", sagt Edlich-Wolfshöfer.

Klare Raumstruktur möglich

Aus dem weitläufigen Komplex, das die Staatsinstitute von der Uni Bayreuth gemietet haben, ist die Uni nach den Worten der beiden Institutsleiter weitgehend ausgezogen. Lediglich in einem Trakt am Turnhallenbau sei noch ein Teil der Afrikanistik der Uni untergebracht. Allerdings seien die Medienwissenschaften und andere Teile der Afrikanistik ebenso wie die verbliebenen Teile der Uni-Bibliothek aus dem Gebäude ausgezogen. das bedeute für die Staatsinstitute: "Wir bekommen vor allem den kompletten zweiten Stock dazu", sagt Edlich-Wolfshöfer. "Und wir können nach der Sanierung für eine klare Raumstruktur sorgen", sagt Engelhardt.

50 Prozent Fläche kommt mindestens dazu

Beide Institute gewinnen "50 bis 60 Prozent Fläche dazu", sagt Edlich-Wolfshöfer. In einem ersten Schritt sei die notwendige Brandschutzsanierung bereits gemacht worden - ein wichtiger Schritt, weil bereits die Schließung des Gebäudes wegen dieses Themas im Raum gestanden war. In dem Zug seien auch sechs Seminarräume im Erdgeschoss des Gebäudes saniert und neu ausgestattet worden. "Wir gewinnen sechs weitere Seminarräume dazu, wenn der Umbau abgeschlossen ist", sagt der Leiter des Fachlehrer-Instituts.

Positiv für beide Institutsleiter: Das Staatliche Bauamt Bayreuth, unter dessen Regie die Sanierung läuft, habe die Planung so angelegt, dass nach der Sanierung des zweiten Stocks "abschnittsweise vorgegangen werden kann. Wir können uns die Räume untereinander aufteilen und so darauf verzichten, Container stellen zu müssen", sagt Edlich-Wolfshöfer. Bis 2020, hoffen beide, soll die Sanierung erst einmal abgeschlossen sein. Was dann folgen wird, ist noch nicht entschieden, aber: Anbauten, wie etwa die alte Mensa, könnten rückgebaut werden, um zum Beispiel Platz zu schaffen für den Neubau einer Turnhalle.

Beide Institute profitieren

Grundsätzlich profitierten die beiden Staatsinstitute in Bayreuth davon, dass sie "in die Pole-Position gespült wurden", wie es Edlich-Wolfshöfer ausdrückt: Für die Digitalisierungs-Initiative der Staatsregierung lieferten sie etwa die dringend benötigten IT-Lehrkräfte auf der einen und die Lehrer für Deutsch als Zweitsprache auf der anderen Seite. "Wir können das komplette populäre Wahlprogramm in diesem Gebäude abdecken."

Mehr Wahrnehmung in Bayreuth wünschenswert

Etwas mehr Wahrnehmung wünsche man sich am Geschwister-Scholl-Platz von der Stadt Bayreuth: "Bayreuth ist Schulstadt und ist Sportstadt. Vor Jahren hat man die Ausbildung der Grund- und Mittelschullehrer nach Bamberg gegeben. Wir bringen hier pro Jahr rund 50 Fach- und rund 30 bis 40 Förderlehrer aufs Gleis", sagt Edlich-Wolfshöfer. Zudem sei Bayreuth die einzige Stadt in Bayern, in der beide Ausbildungen an einem gemeinsamen Standort angeboten werden. "Es wäre schön, wenn dieses Bewusstsein auch nach außen getragen würde", sagt Engelhardt.

 

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