Rekordsumme Bezirk investiert Millionen in Kutzenberg

Die Grafik zeigt die Neubauplanungen des Beziksklinikums Kutzenberg durch das Büro Beeg & Lemke aus München. Grafik: Beeg Lemke Architekten GmbH

BAYREUTH/KUTZENBERG. Grünes Licht für die größte Baumaßnahme in der Geschichte des Bezirks Oberfranken: Der Verwaltungsrat der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (Gebo) hat die Planungen für den Neubau des Bezirksklinikums Obermain in Kutzenberg freigegeben. Vorgesehen sind Investitionen in Höhe von rund 143 Millionen Euro, verteilt auf zwei Bauabschnitte.

Es war eine Punktlandung, die Architekt Udo Lemke dem Gebo-Verwaltungsrat präsentierte. Noch in diesem Jahr müssen die Planungen bei der Regierung von Oberfranken eingereicht werden, um das Ziel, im nächsten Krankenhausbauprogramm berücksichtigt zu werden, zu erreichen.

"Dringend notwendig"

„Wir stehen zu unserem Klinikstandort in Kutzenberg. Die Investitionen in einen Klinikneubau sind dringend notwendig, die Bausubstanz und die Wirtschaftlichkeit unseres Bezirksklinikums Obermain lassen uns hier keine andere Wahl“, sagte Bezirkstagspräsident Henry Schramm (CSU) laut Mitteilung bei der Sitzung.

Ebenso wie Gebo-Vorstand Katja Bittner erinnerte er an die weiten Wege, die das Personal auf dem weitläufigen Gelände zurückgelegen müsse, und an die in die Jahre gekommenen Gebäude. „Wir wollen unserem gesetzlichen Versorgungsauftrag nachkommen und dafür geeignete Klinikräume anbieten. Menschen mit psychischen Erkrankungen müssen teils länger in stationärer Behandlung bleiben. Gerade hier gilt es, ein ansprechendes Umfeld zu bieten“, sagte Schramm.

Psychiatrische Stationen zuerst

Auf gut 143 Millionen Euro ist die Gesamtbaumaßnahme nach aktuellem Planungsstand taxiert, verteilt auf zwei Bauabschnitte. Im ersten Bauabschnitt sollen zunächst die psychiatrischen Stationen untergebracht werden. In einem zweiten Schritt werden die somatischen Bereiche ergänzt.

Stationen in Fingern

Nach der Erläuterung von Udo Lemke, der seit gut zwei Jahren an den Planungen für das Jahrhundertprojekt arbeitet, sollen die Stationen auf drei verschiedene „Finger“ (zwei für die Psychiatrie im ersten Bauabschnitt, einen für die Somatik inklusive Medizinischem Versorgungszentrum MVZ im zweiten Bauabschnitt) verteilt werden. Jeder dieser „Finger“ umfasst vier sichtbare Stockwerke und ein Kellergeschoß, die auf der nordöstlichen Seite des Krankenhausareals in den Hang hinein gebaut werden. Somit sei gewährleistet, dass alle bettenführenden Stationen mit Tageslicht versorgt werden.

25 Millionen Eigenanteil

Die Kosten für den ersten Bauabschnitt bezifferte der Architekt auf rund 92 Millionen Euro. „Die Planungen sind mit der Regierung von Oberfranken und dem Bayerischen Gesundheitsministerium abgestimmt. Ich danke allen Beteiligten, allen voran unserer Gesundheitsministerin Melanie Huml für die gute Zusammenarbeit“, wird Schramm zitiert.

Nach ersten Schätzungen werden der Bezirk Oberfranken und seine Gesundheitseinrichtungen für den ersten Bauabschnitt wohl einen Eigenanteil von rund 25 Millionen Euro aufbringen müssen, verteilt auf mehrere Haushaltsjahre. Dabei sind gewisse Baukostensteigerungen in den kommenden Jahren bereits berücksichtigt.

Enorme Belastung

Dies entspräche einer Förderquote von rund 76 Prozent. „Für die Gebo und den Bezirk sind 25 Millionen natürlich eine enorme Belastung, aber wir stehen zu unserer Verantwortung gegenüber unseren Patienten und Mitarbeitern“, so Schramm. Er hoffe nun auf eine "rechtzeitige Abgabe der Planungsunterlagen", damit das Projekt in das kommende Krankenhausbauprogramm aufgenommen wird. red

 

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