Reifeprüfung: Medi-Team gegen Alba Berlin

Denkwürdiges Spiel: Am 30. Dezember 2012 überrollte der BBC Bayreuth den hohen Favoriten Alba Berlin sensationell mit 90:65. Center in der von Marco van den Berg trainierten Mannschaft war damals Gary McGhee (links), der sich hier gegen Albert Miralles durchsetzte. Foto: Peter Kolb

Medi Bayreuth hat eine reelle Chance gegen Alba Berlin. Das klingt immer noch gewagt, denn auch wenn der achtmalige Deutsche Meister seine allerbesten Zeiten hinter sich haben mag, so stellt er sich am Freitag um 19 Uhr in der Oberfrankenhalle doch immerhin als amtierender Pokalsieger vor – ganz abgesehen von seiner wohl gut und gern drei Mal größeren Finanzkraft. Trotzdem gibt es für die optimistische Aussage aber gute Argumente.

Eher nur statistischen Wert hat dabei die Tatsache, dass die Bayreuther gegen den Serienmeister von 1997 bis 2003 (dazu 2008) eine bessere Bilanz vorweisen können, als gegen die anderen Teams aus dem engsten Favoritenkreis. Während ein Sieg gegen Bamberg und München noch aussteht, wurden die Berliner im Jahr 2012 schon zweimal bezwungen: im Januar mit 80:77 und im Dezember sogar sensationell deutlich mit 90:65. Und in den letzten beiden Spielzweiten war es immerhin spannend (58:68, 78:82).

Aussagekräftiger sind aber natürlich die aktuelle Ergebnisse, und da muss das Medi-Team den Vergleich erst recht nicht scheuen. Die Berliner Heimniederlage gegen Ulm (94:98) entspricht ziemlich genau dem Bayreuther Ergebnis gegen denselben Gast (87:95 n. V.), und ebenso vergleichbar ist Albas einziger Auswärtssieg in Jena (77:73) mit dem Medi-Erfolg beim anderen Aufsteiger in Vechta (79:76). Und die drei letzten Ergebnisse der Hauptstädter können die Bayreuther in der aktuellen Form möglicherweise sogar besser: Heimniederlage gegen Frankfurt (70:78), Debakel in München (58:97), mühsamer Heimsieg gegen Göttingen (91:87).

Zeitpunkt erscheint günstig

Somit kommt die heutige Partie als Reifeprüfung für die Bayreuther wie gerufen: Können sie ihrem glänzenden vierten Platz gerecht werden im direkten Vergleich mit einer Mannschaft, die einen angestammten Platz in dieser Tabellenregion hat? „Würzburg war schon so eine Reifeprüfung, und das ist jetzt die zweite noch eine Stufe höher“, bestätigt Trainer Raoul Korner. Allerdings relativiert er auch gleich: „Es geht hier nicht um eine Wachablösung oder so etwas. Das wäre vermessen. Alba hat sich die Position über Jahrzehnte erarbeitet, wir dagegen erst in sechs Wochen. Da wollen wir die Kirche mal schön im Dorf lassen. Es geht nur um dieses eine Spiel.“

Trainer Korner: "Spitzenleistung nötig"

Für dieses kurzfristige Ziel sei jedoch der Zeitpunkt günstig: „Das individuelle Potenzial spricht für Alba, aber die Mannschaft ist noch bei der Selbstfindung. Da wirkt noch die etwas zerfahrene Vorbereitung nach mit Verletzungen und der China-Reise, die nicht alle mitmachen durften.“ So könne die Geschlossenheit seines eigenen Teams umso wertvoller sein: „Wir haben unsere Identität als Team schon gefunden. Aber es muss klar sein, dass eine Spitzenleistung nötig ist. Alba ist ein schlafender Riese, und wir müssen hoffen, dass er nicht aufwacht.“

Wichtigste Aufgabe ist für den Medi-Coach die Stabilität in der Defensive und insbesondere die Arbeit gegen Center Elmedin Kikanovic: „Es ist das erste Mal, dass wir auf einen Spieler treffen, der innen so dominiert.“ Als weitere Berliner Schlüsselspieler nennt er Dragan Milosavljevic („enorm vielseitig“), Peyton Siva („zwischen Genie und Wahnsinn“) und Dominique Johnson („darf nicht heiß laufen“).

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