Ortsverein aufgelöst Neustadt am Kulm hat keine SPD mehr

Letztmals wurden treue Sozialdemokraten des Ortsvereins Neustadt am Kulm/Vorbach für langjährige Mitgliedschaft geehrt. Von links: Alfons Foitzik, Kreisverbandsvorsitzender Markus Ludwig, Vorsitzende Silvia Szydlik, Fritz Betzel vom SPD-Ortsverein Eschenbach sowie Horst Priebe. Foto: Hubert Brendel

NEUSTADT AM KULM/VORBACH. Was sich im Vorfeld abzeichnete ist nun eingetreten. Der SPD-Ortsverein Neustadt am Kulm/Vorbach hat sich mit seiner Jahresversammlung aufgelöst, nachdem die bisherige Vorsitzende Silvia Szydlik sowie Kassier Bernd Szydlik nicht mehr kandidierten und trotz Bemühungen keine Nachfolger gefunden werden konnten. Die Genossen aus der Kulmstadt und Vorbach werden künftig vom SPD-Ortsverein Eschenbach betreut.

Nach acht Jahren an der Spitze des Ortsvereins verzichtete Silvia Szydlik auf eine erneute Kandidatur. Ihr fehle einfach die Zeit. Auch Bernhard Szydilk, der 14 Jahre als Kassier fungierte, stellte sich nicht mehr zur Wahl. Entscheidend dafür waren für ihn zwei Gründe. Zum einen sei es ein vereinsinternes Ereignis gewesen und zum anderen wartet auf ihn noch einmal eine berufliche Herausforderung und damit einhergehend fehle ihm die Zeit. Er bedauerte, dass kein Generationenwechsel gelungen sei.

Ortsverein hatte am Ende noch 18 Mitglieder

Bereits bei einer Mitgliederversammlung im September hatten Silvia und Bernhard Szydilk angekündigt, für eine erneute Wahl nicht zur Verfügung zu stehen. Die Vorsitzende war schockiert, als dabei nach der „Auflösung des Ortsvereins“ gerufen wurde. Da die Suche nach Nachfolgern fehlschlug, ist dies nun auch eingetreten. Mit Blick auf bevorstehenden Herausforderungen könne der Ortsverein die Erwartungen nicht gerecht werden.

Da die Auflösung des Ortsvereins nicht abgewendet werden konnte, galt es, die nächsten Schritte zu unternehmen. Dabei ging es darum, von welchen Ortsverein die Parteimitglieder im Ort weiterhin betreut werden und zudem auch um finanzielle Aspekte. So konnten die Genossen nach der Ankündigung der Vereinsauflösung selbst entscheiden, welchem Ortsverein sie sich anschließen. Die verbliebenen 18 Mitglieder werden vom SPD-Ortsverein Eschenbach betreut.

Trotz weniger Mitglieder viel auf die Beine gestellt

Mit Blick auf das Vereinsvermögen war beabsichtigt, dies an Institutionen im Gemeindebereich zu verteilen. Nachdem hierüber keine Einigkeit erzielt werden konnte, zeigte sich die Vorsitzende enttäuscht. So galt es, sich dahingehend zu entscheiden, das Vereinsvermögen auf das Konto des SPD-Ortsvereins Eschenbach zu überweisen, was zwischenzeitlich auch erfolgte. Dies ging aus dem Bericht des Kassiers Bernhard Szydlik hervor.

In ihrem letzten Rechenschaftsbericht verdeutlichte Vorsitzende Silvia Szydlik, dass der Ortsverein erneut ein intensives Programm absolvierte. So wurden von ihr die zahlreichen Aktivitäten detailliert aufgelistet. Sie bezeichnete die Zusammenarbeit innerhalb des Ortsvereins als überwiegend gut.

Für den SPD-Kreisvorsitzenden, Markus Ludwig aus Schönstein war seine Teilnahme an der Jahresversammlung ein trauriger Anlass. Dennoch lobte er den Ortsverein, der trotz weniger Mitglieder viel auf die Beine gestellt habe. Auch Fritz Betzel als Mitglied der Vorstandschaft des SPD-Ortsvereins Eschenbach wollte seine Grußworte nicht als Grabrede verstanden wissen. Nachdem sein Ortsverein künftig die Betreuung der Genossen aus der Kulmstadt und Vorbach übernehmen wird, bezeichnete er dies als einen Übergang. Gleichzeitig versprach er, dass für das erhaltene Vereinsvermögen aus Neustadt am Kulm ein separates Konto angelegt werde.

Kritik an den Mandatsträgern der Partei

Letztlich konnte der Ortsverein drei Genossen für ihre langjährige Treue ehren. Es waren dies für 25 Jahre Schriftführer Alfons Foitzik und zweiter Vorsitzender Horst Priebe sowie für zehn Jahre Vorsitzende Silvia Szydlik.

In der sich anschließenden Diskussion kam die Enttäuschung zum Ausdruck, dass SPD-Mandatsträger auf Landes- und Bundesebene der Einladung zur Jahresversammlung nicht gefolgt waren. „Es gibt mir zu denken“, so Vorsitzende Silvia Szydlik, „dass von den SPD-Bundes- und Landespolitiker die Bekanntgabe über die Auflösung des Ortsvereins überraschend gelassen hingenommen wurde“.

 

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