Neujahrsempfang IHK mahnt Firmenlenker zu Fairness

Sonja Weigand, IHK-Präsidentin. Foto: red

BAYREUTH. Die Präsidentin der IHK für Oberfranken Bayreuth, Sonja Weigand, nimmt die Unternehmer in die Pflicht. Trotz vieler Ungewissheiten in der Weltwirtschaft blickt sie aber positiv ins neue Jahr.

Weigand, forderte die Wirtschaftsvertreter dazu auf, Werte wie Integrität, Fairness, Aufrichtigkeit und Verantwortungsbewusstsein noch stärker in den Fokus des Handelns zu nehmen. „Wir wollen die Werte des ehrbaren Kaufmanns wieder mit Leben erfüllen“, kündigte die IHK-Präsidentin beim Neujahrsempfang der Kammer am Montagabend an. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Tradition und Moderne“. 

Weigand rief die Unternehmer dazu auf, gemeinsam am Vorankommen Oberfrankens zu arbeiten. Denn anders als zu Zeiten der Kammergründung vor 176 Jahren sei die Geschäftswelt heute „unglaublich komplex und global“. Es gebe wirtschaftlich so viele Unsicherheitsfaktoren wie selten. Als Beispiele nannte sie den anstehenden Brexit, die instabile Lage in der Türkei, die drohenden Autozölle in den USA, die Konflikte im Nahen Osten, den Flüchtlingszuzug und den Umgang damit sowie den alles überragenden Handelskonflikt zwischen den USA und China. 

Der Handelskrieg könne auf Deutschland schwerwiegende Auswirkungen haben. „Kein Land ist so exportabhängig wie Deutschland“, sagte Weigand – ohne jedoch gleichzeitig auch einen positiven Blick in die Zukunft zu werfen. „Doch bange muss uns für die Zukunft nicht sein“, sagte sie. „Viele Unternehmen wollen weiter investieren und Mitarbeiterzahlen erhöhen.“

Weigand verwies auf Umfragen, nach denen die Optimisten weiter in der Mehrheit sind. In einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr lobte sie vor allem die positive Wirtschaftsentwicklung. Auch im neuen Jahr geht sie von einem Wachstum aus. Um das aber auch in Zukunft zu garantieren, sind ihrer Meinung nach Impulse aus der Politik erforderlich – unter anderem eine Steuerreform, die sowohl die Abschaffung des Solidaritätszuschlags umfasst sowie eine Senkung der Unternehmenssteuern, eine steuerliche Forschungsfinanzierung und kürzere Abschreibungsfristen. 

Darüber hinaus sei eine gesteuerte und geordnete Migration nötig, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dringend notwendig sei es, die Infrastruktur zu ertüchtigen – sowohl beim Breitbahnausbau, bei den schnellen Mobilfunknetzen sowie im Straßen-  und Schienenverkehr. „Vor allem die Unternehmen müssen in der Fläche an das Glasfasernetz und das 5 G-Netz angeschlossen werden“, forderte die IHK-Präsidentin.

Außerdem sprach sie sich für Investitionen in Forschungs- und Bildungseinrichtungen aus – wie in die Universitäten und Hochschulen sowie die Technologieallianz Oberfranken (TAO). Zudem forderte Weigand: „Es soll eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung wie etwa ein Max-Planck-Institut entstehen.“ Eine Forderung, die IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner bereits im Vorfeld der Landtagswahl im Oktober gestellt hatte.

Mit ihrer Forderung, den Bildungs- und Technologiestandort zu stärken, hat sich die Vollversammlung der IHK Ende des Jahres in einer Resolution an die Staatsregierung gewandt. „Am deutlichsten verändert sich vielleicht das, wofür wir in der Welt am bekanntesten sind“, konstatierte Weigand – „das Auto.“ Das fahre künftig autonom, emissionsfrei und sei mit anderen Verkehrsmitteln vernetzt, erklärte die Präsidentin der Kammer. 

Wie sich der Übergang der Gesellschaft in die Informationsgesellschaft konkret gestalten kann, schilderte dann der Globalisierungsexperte Professor Franz Radermacher in seinem Vortrag „Digitalisierung – Wo bleibt der Mensch?“

 

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