Zwei Häuser abgerissen Neudrossenfeld plant einen Park zum Parken

Was jetzt noch mit Schnee bedeckt ist, soll in Zukunft zu einem "grünen Parkplatz" werden: Die Gemeinde Neudrossenfeld plant 35 neue Stellplätze in der Ortsmitte. Damit sollen die engen Straßen am Markt von parkenden Autos entlastet werden. Foto: Ute Eschenbacher

NEUDROSSENFELD. Die Parksituation in der Ortsmitte von Neudrossenfeld soll sich in Zukunft deutlich entspannen: An der Bayreuther Straße entsteht ein zentraler Parkplatz mit etwa 35 Stellplätzen. Dafür wurden jetzt zwei Häuser abgerissen. Über die weitere Gestaltung berät der Gemeinderat in der ersten Sitzung im neuen Jahr.

Seit der Eröffnung des Drossenfelder Bräuwercks am Marktplatz hatte es immer wieder Klagen von Anwohnern wegen der Parksituation gegeben. Die Durchfahrt durch die ohnehin enge Ledergasse war oftmals kaum möglich. Erst seit die Gemeinde Parkflächen markieren ließ und ein Parkleitsystem eingeführt hat, verbesserte sich die Verkehrslage. Der Großparkplatz an der Schule wird indes kaum angekommen.

Zusätzliche zentrale Parkplätze

Ein neuer Parkplatz unterhalb der Apotheke am Schlossberg soll jetzt Abhilfe für die beengten Parkverhältnisse im historischen Ortskern bringen. Dafür werden 1,2 Millionen Euro investiert. Die Kosten setzen sich aus dem Grunderwerb, dem Abriss zweier bestehender Gebäude und dem Neubau des Parkplatzes zusammen. Der Eigenanteil der Gemeinde an den Kosten liegt bei zehn Prozent. Der Rest soll über die Förderoffensive Nordostbayern finanziert werden.

Der Abbruch sei bereits im Dezember erfolgt, erläutert Bürgermeister Harald Hübner (CSU) im Gespräch mit dem Kurier. Der Bauschutt wurde größtenteils bereits abgetragen. Nun folgten noch einige Feinarbeiten, so Hübner. "Wir müssen das Gelände noch untersuchen und nivellieren. Ich denke, der neue Parkplatz wird den Ortskern bereichern." Bei dem zentralen Parkplatz wird das Wort "Park" wörtlich genommen: Denn dieser soll zugleich als "grüne Lunge" dienen. Die Bäume an der Bayreuther Straße sollen stehen bleiben. "Wir wollen sogar noch mehr Bäume anpflanzen", sagt Hübner. "Es wird sozusagen ein Park mit Parkmöglichkeiten."

Ökologische Aspekten berücksichtigt

Geplant sei, die Fahrspur nach hinten zu befestigen. Somit ist eine Zufahrt für die Anlieger zu ihren Grundstücken gesichert. Bei den Stellplätzen soll auf ökologische Aspekte geachtet werden. Das bedeutet, dass Niederschlagswasser und das vom Hang abfließende Wasser soll versickern können, erklärt Hübner weiter. Über die genauen Pläne zur Neugestaltung der Fläche soll Architekt Karl-Heinz Greim in der Gemeinderatssitzung am 14. Januar Auskunft geben. "Ich bin mir sicher, der Platz wird schöner als er vorher war."

Landratsamt empfahl Linden-Fällung

Im Zuge des Umbaus des Grundstücks scheint die Linde an der Kulmbacher Straße geopfert worden zu sein. Doch wie Hübner betont, hatte die Baumfällung nichts mit dem neuen, zentralen Parkplatz zu tun. "Die Linde war von einem Pilz befallen und war nicht mehr standfest", sagt Hübner. "Das Landratsamt hat uns aufgefordert, sie zu entfernen." Der Baum sei im Inneren hohl gewesen, die Dürre im Sommer habe ihm wohl auch zugesetzt. Zudem sei er ziemlich stark gestutzt worden, wofür aber die Gemeinde nichts könne, sagte Hübner. Diese habe aber vor, einen Ersatz für die Linde zu pflanzen.

Einen Vorteil hat es, dass die Linde fehlt: Der Europaplatz mit den Köpfen der Träger der Neudrossenfelder Europamedaille fällt vielmehr auf als früher. Die Erhöhung, die das Wurzelwerk der Linde schützen sollte, werde ebenfalls beseitigt, so Hübner. Es sei ja auch geplant, den Pflasterbelag auf der Kulmbacher Straße zu sanieren. Das Häuschen in der Kurve bleibt derweil stehen. Der Eigentümer nutze es noch als Lager.

Hang wird noch genauer untersucht

Wie mit der Stützmauer und der Hanglage, an der sich der Parkplatz befindet, künftig umgegangen wird, werde sich zeigen. "Um das genauer anzuschauen, mussten wir erst einmal alles beseitigen." Zusammen mit dem Architekten werde an einer Lösung gearbeitet. Wenn alles gut gehe, werde der Parkplatz noch bis zum Jahresende fertig. Nicht nur für das Bräuwerck, sondern genauso für die Kirche und das Neudrossenfelder Schloss erhofft sich Hübner eine Verbesserung der Parksituation. "Schließlich wollen wir ja unser Zentrum wiederbeleben."

Der Inhaber des Schlossrestaurants, Heini Schöpf, sagt zu den Plänen: "Wunderbar, am meisten wird sich die Kirche darüber freuen. Sie hat nämlich keinerlei eigene Parkplätze. Da stehen die Autos manchmal kreuz und quer." Alles in allem findet er die Situation "nicht weiter schlimm".

Bisher habe es geschätzte zehn Parkplätze am Schlossplatz gegeben. Das habe in den vergangenen Jahren auch funktioniert. "Wir sollten froh sein, dass wir noch Ärzte und einen Bäcker im Zentrum haben. In der Stadt kann man auch nicht überall hinfahren. Aber auf dem Land sind die Leute es gewöhnt, direkt vor die Tür zu fahren."

 

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