Nachrechnen und Belege prüfen: Rudolf Roth war 35 Jahre bei der Feuerwehr Creußen Revisor Zahlen gehören zu seinem Leben

Rudolf Roth ist seit 35 Jahren Revisor bei der Creußener Feuerwehr. Foto: Ralf Münch

Die Kameradschaft – das ist es, was ihn in erster Linie zur Feuerwehr gezogen hat. Seit 1973 ist Rudolf Roth bei der Creußener Wehr, die heuer ihr 150-jähriges Bestehen feiert. Seit 35 Jahren ist der 79-Jährige Revisor und prüft jedes Jahr, ob der Kassier ordentlich gerechnet hat.

Drei Kassierer hat er in der langen Zeit miterlebt. „Es hat immer alles gepasst“, sagt Roth, „sie haben immer ordentlich und korrekt gearbeitet.“ Immer kurz vor der Hauptversammlung prüft er mit dem zweiten Revisor sämtliche Belege und Einträge im Kassenbuch, kontrolliert, ob der Vorsitzende alle Belege ordnungsgemäß abgezeichnet hat. Hat geschaut, ob die Kontoauszüge mit den Anlagen zusammenpassen und schließlich den Kontostand festgestellt. „Es hat nie eine Lumperei gegeben“, lobt Roth.

Im Kopf nachgerechnet

Am Anfang hat er eine Rechenmaschine benutzt zum Nachrechnen. „Der letzte Kassier hat die ganze Abrechnung am Computer gemacht. Da hat automatisch alles gepasst“, sagt Roth. Ansonsten hat er im Kopf nachgerechnet. Da ist Roth auch geübt drin, denn er war Bankangestellter bei der Sparkasse. „Ich bin mit Zahlen aufgewachsen“, sagt er. 49 Jahre hat er in Pegnitz, Creußen und anderen Geschäftsstellen gearbeitet. Seit 2001 ist er im Ruhestand.

In seiner Zeit als Revisor hat Roth vier Kommandanten und vier Bürgermeister – Klaus Gendrisch, Peter Busch, Harald Mild und jetzt Martin Dannhäußer – miterlebt. Im aktiven Dienst war er 23 Jahre. Als 1991 eine Kegelabteilung bei der Wehr entstand, war er dort der Vergnügungswart. „Rund 30 Leute sind da immer gekommen“, erzählt er. Heute gibt es die Abteilung nicht mehr, bedauert Roth.

Amt als Revisor niedergelegt

Bei der jüngsten Hauptversammlung im Februar hat er nun sein Amt als Revisor nieder gelegt. „Es müssen auch mal Jüngere ran“, sagt er. Trotzdem hat er seinem Nachfolger zugesichert, bei Fragen jederzeit zur Verfügung zu stehen.

So wie überhaupt. Er ist jetzt zwar „nur“ Mitglied, wenn aber Not am Mann ist, greift Roth mit an. Und so hat er auch angeboten, mit den anderen Altaktiven beim Jubiläum mitzuhelfen, wenn es notwendig ist. Mit den alten Kameraden verbindet ihn sowieso etwas Besonderes. Regelmäßig sitzt er mit den alten Kameraden Georg Kraft und Rainer Küffner – er war mal stellvertretender Kommandant – beim Kartenstammtisch zusammen und es werden mehrere Runden Schafkopf gespielt. Außerdem gehen sie regelmäßig zum Essen. Die Kameradschaft hat auch über die vielen Jahre gehalten. Gut läuft das Zusammensein auch mit dem Nachwuchs. „Das ist eine prima Jugendgruppe“, lobt er.

Viel bei Einsätzen miterlebt

In seiner aktiven Dienstzeit hat Roth viel miterlebt bei Einsätzen. Da waren Großbrände in Schnabelwaid, Wirbenz und Unterschwarzach. Und auch viele Einsätze bei Unfällen hat Roth mitgemacht. „Die Feuerwehr wird ja jetzt immer öfter zu Hilfsmaßnahmen gerufen“, sagt er. Das ist nicht immer einfach, zu einem Unfall gerufen zu werden. Da müsse immer sehr sorgfältig vom Kommandanten überlegt werden, wer ganz vorne beim Einsatz dabei sein kann.

Nicht nur bei der Feuerwehr ist Rudolf Roth die Kameradschaft wichtig. Auch beim Fischereiverein ist er schon 40 Jahre Mitglied – ist sogar Ehrenmitglied – und war dort Kassier. Dafür wurde er jetzt erst ausgezeichnet. Jetzt ist er noch Beisitzer.

Immer bei Festbesuchen dabei

Roth erinnert sich gerne an seine aktive Feuerwehrzeit. Am Schönsten waren die Festbesuche bei den Nachbarwehren. Dort sind dann immer an die 30 Kameraden aus Creußen beim jeweiligen Festzug mitgelaufen. „Das war einfach selbstverständlich“, sagt Roth. Aber daran hat sich bis heute eigentlich nichts geändert, hat er beobachtet.

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