Musik mit Malerwerkzeug

Die Musikerinnen des BR-Symphonieorchesters Julita Smolen, Bettina Bernklau, Christiane Hörr-Kalmer und Katharina Jäckle (von links) gaben den Neuntklässlern der Pegnitzer Realschule einen Einblick in die Welt der klassischen Musik. Foto: Klaus Trenz

Vier Musikerinnen des BR-Symphonieorchesters gaben in der Realschule eine unterhaltsame Kostprobe ihres musikalischen Könnens. Doch auch die vier Musiklehrer wirkten mit. Sie benutzten dabei, weil die Realschule seit langem neu gestaltet wird, Maler-Utensilien als "Instrumente". So entstand ein "Streich"-Quartett der etwas anderen Art.

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand der im Jahr 1841 geborene, tschechische Komponist Antonín Dvorák. Wichtigste Aufgabe eines solchen Gesprächskonzert mit den Schülern ist es, während der musikalischen Darbietung, ein „Gespräch“ zwischen Zuhörern und Musikern herzustellen. Vor und zwischen den einzelnen Darbietungen ging die Musikerin Christiane Hörr-Kalmer deshalb, unter Einbeziehung der Schüler, auf die Entstehung und Hintergründe von Dvoráks amerikanischem Streichquartett ein. Aber auch die Schüler hatten ihre Auftritte vor dem Publikum. Vier der Neuntklässler stellten die Künstlerinnen in einem kurzen Referat vor und durften ihnen dann die ein oder andere persönliche Frage stellen. Andere hatten die Aufgabe den Komponisten Dvorák vorzustellen und wieder andere nahmen sich den Franken Levi Strauss vor.

Warum Levi Strauss?

Sowohl Levi Strauss als auch Antonín Dvorák wanderten nach Amerika aus. Die Schüler, die sich zuvor im Musikunterricht mit den Auswanderern beschäftigt haben, filterten die Parallelen zwischen den beiden Männern heraus. Levi Strauss und seine bekannten Jeans seien Schülerwirklichkeit und somit falle es den Jugendlichen leichter eine Brücke zu bauen, so die federführende Lehrerin Nicola Rupprecht. „Ziel ist es, das Interesse für klassische Musik zu wecken“, fügt sie hinzu. Ein Gesprächskonzert, in dem die Schüler nicht nur hören, sondern auch ins Gespräch kommen und die Entstehung eines Werks erleben, sei hierfür eine super Gelegenheit. Hinzu komme das Live-Erlebnis einer Profigruppe, das beeindrucke. Als Vorband zu der klassischen Musikdarbietung fungierte das Lehrer-Streichquartett. Hierbei griff man die seit vier Jahren andauernden Umbaumaßnahmen in der Realschule auf. Die vierköpfige Lehrerband mit Dirigentin Nicola Rupprecht schnappte sich anstatt herkömmlicher Musikinstrumente Pinsel, Farbroller, weiße Kittel und Malerhüte und sorgte mit ihrem wortwörtlichen „Streich“-Quartett für viel Applaus.

Bisher gute Erfahrungen mit Schülern

Juliane Ludwig, die Projektleiterin des Bayerischen Rundfunks, begleitet die Symphonikerinnen und organisiert ihre Tour durch die bayerischen Realschulen. Der straffe Zeitplan sei teilweise anstrengend für die vier Musikerinnen, sagt Ludwig. Am Tag zuvor standen zwei Auftritte an Eichstätter Realschulen an, dann folgten Gräfenberg und Pegnitz sowie die Realschule in Naila.

Für das beliebte Projekt konnten sich alle bayerischen Realschulen bewerben. Das „besonders engagierte Schreiben“ von Nicola Rupprecht war ausschlaggebend für ihre Wahl der Pegnitzer Realschule. Die Erfahrungen mit den Realschülern seien durchaus positiv. Toll seien vor allem die kreativen eigenen Beiträge der Jugendlichen, so die Projektleiterin.

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