Millioneninvestition Startschuss für schnelles Internet

Spatenstich zum Glasfaser-Hochgeschwindigkeitsnetz Pottenstein in Haßlach. Foto: Ralf Münch

POTTENSTEIN. Viele Bürger warten schon darauf: Beim Thema schnelles Internet wird es nun auch im Gebiet der Stadt Pottenstein ernst. Nun fand der symbolische erste Spatenstich in Haßlach statt. In den nächsten zwei Jahren werden Leitungen zwischen den Ortschaften und daran anschließend etwa 2500 Anschlüsse (für Haushalte und Gewerbebetriebe) verlegt. Bürgermeister Stefan Frühbeißer bezifferte die Investitionssumme auf etwa elf Millionen Euro.

Für solch eine große Maßnahme hat das Rathaus um Zuschüsse aus München und Berlin angefragt, die nun auch bewilligt wurden. Der Bund übernimmt den Großteil, 50 Prozent, der Kosten. Der Freistaat Bayern ist mit etwa 1,8 Millionen Euro dabei. Den Rest, knapp vier Millionen Euro, muss die Stadt Pottenstein aufbringen. Netzbetreiber wird die Telekom sein. Sie wird auch Leerrohre des Wasserversorgers Juragruppe auf etwa 20 Kilometern Länge nutzen. Enrico Delfino (Telekom) meinte dazu deshalb auch. „Für uns ist das kein alltägliches Projekt. Angesichts der Bedingungen vor Ort erforderte das bei uns ein Umdenken.“

Vier Netzknoten

Für die Bauarbeiten, die in vier Abschnitte (und vier Netzknoten) aufgeteilt werden, sind etwa zwei Jahre vorgesehen. Über die einzelnen Bereiche wird die Stadt in Bürgerversammlungen gesondert informieren und Fragen beantworten. „Das wird die Verwaltung in nächster Zeit stark in Anspruch nehmen“, sagte Frühbeißer, denn der Aufwand für die Detailplanung sei sehr groß. „Die Mitarbeiter haben bereits in den vergangenen Monaten viel geleistet, damit das Finanzierungspaket geschnürt werden konnte“, würdigte der Bürgermeister die Arbeit der Abteilungen im Rathaus. „Ich bin stolz auf die Truppe“, sagte Frühbeißer.

70 Kilometer

Doch nicht nur auf die Verwaltung wartet viel Arbeit, auch die Baufirma kann sich auf einiges gefasst machen: „Der Name kommt nicht von ungefähr – Potten-STEIN“, sagte der Bauleiter Thomas Schneider, der Leitungen auf etwa 70 Kilometern Länge verlegen muss. Der Vertreter der Planungsbüros formulierte es unmissverständlich: „Der felsige Untergrund ist für solch ein Projekt eine Katastrophe!“ Frank Schellenberg aus Dessau bezeichnet den Breitbandausbau in der Fränkischen Schweiz deshalb als „eine echte Herausforderung“. Er werde nicht leicht werden, „aber als Techniker freue ich mich auf die Aufgabe“.

Wichtiger Tag für Pottenstein

Die Vertreter des Freistaates und des Bundes teilen diesen Optimismus. Bernd Geisler vom Heimatministerium würdigte das Engagement des Bürgermeisters und seiner Mitarbeiter. Nur so habe man diese Maßnahme zusammenstellen können, „denn das ist fast einmalig in Bayern“. Ähnlich äußerte sich Anette Schumacher, die im Auftrag von Berlin das Projekt betreut. „Wir haben es hier mit einem der großen Projekte zu tun, die der Bund in Bayern finanziell massiv unterstützt“, so die Vertreterin der GmbH „antene KOM“.  Sie bezeichnete den Spatenstich als „wichtigen Tag für Pottenstein“. Denn nun werde auch hier an dem Kommunikationsnetz der Zukunft gebaut. „Damit soll verhindert werden, dass der ländliche Raum beim Thema Internet ins Hintertreffen gerät.“ Sie erinnerte daran, dass die Stadt im Vorfeld mit vielen Problemen zu kämpfen hatte, „schließlich haben der Bund und der Freistaat angesichts der Preissteigerungen in der Baubranche ihre Unterstützung nach oben nachjustiert.“

 

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