Leuschnitzstraße Alles anders beim neuen Bindlacher Kreisel

Die Einmündung der Leuschnitzstraße in den Bachwiesenweg (Mitte, unten) soll zum Kreisverkehr werden. Links auf dem Grundstück zwischen Autobahn und Bachwiesenweg wird das Feuerwehrhaus gebaut. Foto: Nils Katzenstein

BINDLACH. Es läuft nicht so ganz rund beim Kreisverkehr in der Leuschnitzstraße: Eigentlich hätte der nächste Bindlacher Kreisel im Frühjahr fertig sein sollen. Jetzt wird es wohl Herbst. Und auch die ursprünglich geplante Lösung einer Behelfsumfahrung ist vom Tisch. Was Teile des Gemeinderats genauso ärgert wie die Tatsache, dass der Bau noch einmal teurer werden wird als im vergangenen Jahr beschlossen.

Normalerweise geht es im Bindlacher Gemeinderat recht ruhig zu. Am Montagabend ist das etwas anders in der Sitzung. Gerade bei dem Thema, das der Bindlacher Bürgermeister Gerald Kolb (WG) „die nächste Großbaustelle“ nennt. Den Kreisverkehr an der Leuschnitzstraße und dem Bachwiesenweg. Notwendig geworden, weil am Bachwiesenweg auf der einen Seite – zwischen Autobahn und Bachwiesenweg – das neue Feuerwehrzentrum gebaut wird. Auf der anderen Seite entsteht ein weiterer Markt.

Ganz aktuell sei die öffentliche Ausschreibung des Auftrags zu Ende gegangen, teilt der Planer Josef Wolf dem Gemeinderat mit. Neun Firmen seien angeschrieben worden, eine erfreulich hohe Zahl von vier Unternehmen habe Angebote abgegeben. Das günstigste Angebot liege bei knapp 915.000 Euro. Das sei, räumt Wolf ein, „höher als die im Sommer genannte Summe, aber es kommen auch noch 100 Meter Gehsteig dazu, außerdem muss die Wasserleitung verlegt“ und die Hochwassermulde, „die relativ kritisch ist“ gebaut werden. „Der Kreisverkehr selbst ist da relativ harmlos.“

Allein die Wasserleitung schlage laut Wolf mit einer Summe von 111.000 Euro zu Buche. Im Herbst habe man von etwa 870 000 Euro für den Bau gesprochen, unterm Strich liege man jetzt knapp fünf Prozent drüber. Als Bauzeit gibt der Ingenieur 65 Tage an. „Das Bauende wollen wir im September erreichen.“ Denn im Oktober, sagt Wolf, wolle ja der neue Markt eröffnen.

Aussagen, die bei Gemeinderat Helmut Steininger (SPD) den Blutdruck steigen lassen. Steininger sagt, im Sommer vergangenen Jahres habe der Gemeinderat etwas ganz anderes beschossen. Man habe über eine Ampellösung während der Baustellenphase gesprochen und als Alternative über eine Behelfsumfahrung, die schließlich das Rennen gemacht habe. So sei das Thema auch ausgeschrieben worden. Der Kreisel hätte auch bis Mai fertig sein sollen, jetzt bekomme er die Information, dass unter Vollsperrung gebaut werde.

„Warum“, fragt Steininger, „ist der Gemeinderat nicht informiert worden? Wie soll denn da der Verkehr fließen?“ Man müsse, sagt Steininger, „auch dem Bürgermeister einen leichten Vorwurf machen. Er ist schließlich der Chef der Verwaltung.“

Bürgermeister offenbar auch erst spät informiert

Kolb sagt, er habe die Information, „dass eine Besprechung war“, auch erst in der Bauausschuss-Sitzung erfahren. „Der Info-Fluss ist schiefgelaufen. Auch ich hatte die Behelfsumfahrung noch im Kopf.“ Unwissenheit schütze aber vor Strafe nicht, sagt Kolb. „Es hätte aber keinen Grund gegeben, da was zu verheimlichen.“

Unterstützung bekommt Steininger vom CSW-Fraktionsvorsitzenden Werner Fuchs, der zu Wolf sagt: „Wenn wir was beschließen, dann kann doch weder das Bauamt noch Sie einseitig davon abweichen.“ Wolf kontert: Es sei „sinnvoll, ohne das acht Meter breite Asphaltband zu bauen“. Man spare ohne Umfahrung rund 50.000 Euro.

Die Busse zur Schule bekämen „einen Bypass“ gelegt, sagt Wolf auf Nachfrage von Stefanie Kolanus (CSU), die ebenso kritisiert, „dass man die Betroffenen mitnehmen“ müsse. Die Busse könnten während der Bauphase ohne größere Behinderungen die Baustelle passieren.

Schlussendlich schickt der Gemeinderat den Bau einstimmig auf die Reise. Ebenfalls geprüft werden soll auf Antrag von Christian Brunner (CSU), ob die Anbindung des Radwegs in die St.-Georgen-Straße an der Brücke über die Autobahn etwas sinnvoller geführt werden könne.

 

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