Kostenlose WLAN in der Innenstadt Freier Zugang soll kommen, nur wo genau?

Auch unterwegs gibt es an vielen Orten kostenlos WLAN. Die Stadt will es auch anbieten, nur wo in der Innenstadt, ist noch nicht ganz klar. Foto: dpa/Mascha Brichta

BAYREUTH. Die Stadt will in Zukunft in der Innenstadt kostenloses WLAN anbieten. Das Angebot richtet sich an Touristen und Bürger. Zugleich soll es das Stadtmarketing voranbringen.

Geplant ist, das freie WLAN in der Fußgängerzone, an ZOH, Rathaus, Hauptbahnhof und Bahnhofstraße sowie den innerstädtischen Museen anzubieten. Die Verwaltung wird dazu ein Konzept vorlegen und die Kosten errechnen. Diese werden bislang auf 100.000 Euro für die Bereitstellung geschätzt. Die Kosten für den Unterhalt wurden mit 5000 Euro jährlich angesetzt. Die entsprechenden Finanzmittel wären im Haushalt 2019 anzumelden.

Seit über drei Jahren Thema

Mit kostenlosem WLAN im Innenstadtgebiet beschäftigt sich die Stadt Bayreuth seit längerem. Der Antrag vom 13. Oktober 2015 wurde am 9. März 2016 erstmals im Haupt- und Finanzausschuss behandelt. Erneut beraten wurde er erst wieder am 22. November 2018.

Warum so spät? Thiemo Jahn von der Wirtschaftsförderung der Stadt Bayreuth erklärte auf Nachfrage: „Eine entscheidende Problematik war bisher die Störerhaftung. Erst im Sommer 2018 erging dazu eine maßgebliche Entscheidung.“ Bis dahin sei jeder, der ein offenes WLAN angeboten habe, für die Inhalte verantwortlich gewesen. Das hieß, der Anbieter haftete als Netzwerkbetreiber für die Nutzer. „Das Risiko wollten wir nicht eingehen“, sagte Jahn.

Statt 80 bis 90 Zugangspunkte würden jetzt nur noch 60 sogenannte Access Points benötigt. Die Ausgaben für Hardware und Installation würden sich von 150.000 bis 200.000 Euro auf rund 100.000 Euro verringern. Für Betrieb, Wartung, Haftung und sonstige Kosten würden bis zu 5000 Euro im Jahr fällig werden. Welche Förderprogramme geeignet wären, müsste die Verwaltung noch prüfen.

Gebiet verkleinert, um Kosten zu sparen

Der neue Gebietszuschnitt umfasst den Bereich Bahnhof, Rathaus, Kanalstraße, einen Teil der Unteren Maxstraße bis zur Von-Römer-Straße, Stadtkirche, Kanzleistraße, Sternplatz, einen Teil der Ludwigstraße und die Richard-Wagner-Straße bis zu Haus Wahnfried. Ohne Friedrichsforum, Hofgarten und Steingraeber-Palais, die im ersten Entwurf dabei gewesen sind, und ohne Friedrichstraße und Rotmaincenter.

Entscheidung bereits überholt?

Alt-OB Michael Hohl (CSU) nahm in der Sitzung dazu Stellung: „Wir unterstützen das, wollen aber eine Erweiterung der Fläche etwa um die Bereiche der Untere Maxstraße bis zum Ende, die Dammallee sowie die Friedrichstraße. Eventuell könnte man auch den Hofgarten einbeziehen. Dort könnte man besonders schön auf einer Parkbank sitzen und surfen.“

Stephan Müller (BG) gab zu bedenken, dass man dann fast wieder beim vorherigen Vorschlag wäre, den man als zu teuer empfunden habe. Stefan Schlags (Grüne) findet, dass der Beschluss 2015 schon gebraucht worden wäre: „Seitdem haben die Datenpakete bei den Handyverträgen immer mehr zugenommen. Viele nervt es auch, wenn sie sich ständig neu anmelden müssen. Einen Re-Invest für die Investition wird es nicht mehr geben. Bald kommt 5 G.“

Friedrichsforum wäre nicht drin

Dagegen vertrat Stefan Schuh (Junges Bayreuth) die Ansicht: „Der erste Schritt ist sinnvoll wie vorgeschlagen. Man sollte aber eine Erweiterung des Gebietes als Option mit vorsehen und sich das Ganze möglicherweise in einem Jahr wieder vorlegen.“ Franz-Peter Wild verdeutlichte noch einmal die Meinung der CSU. „Ich will schon, dass man sich vor allem die Bereiche Untere Maxstraße und Untere Sophienstraße nochmal anschaut. Gerade dort, wo es am schwierigsten ist, die Läden zu vermieten, lassen wir es raus.“

Außerdem wären auch das Friedrichsforum und der Steingraeber-Palais für Touristen wichtig. „Ich würde mir das nochmal ganz genau überlegen“, sagte Wild. Schließlich sind die Einsparungen anscheinend nur bei der Hardware, nicht bei den laufenden Kosten.“ Und ebenfalls für die CSU meldet sich Zweiter Bürgermeister Thomas Ebersberger zu Wort. „A wengela ist besser als nix, aber eben nix Gscheites.“ Er würde die Fläche bis zu den Hotels erweitern.

Hohl: Alle Wege in der Innenstadt erschließen

Thomas Bauske (SPD): „Ich freue mich, wenn ich die Stadtverwaltung in Schutz nehmen kann. Wir sollten doch schauen, wo wir herkommen. Es ging primär um Touristen, deshalb war der Bahnhof wichtig. Wir sollten das Ganze jetzt erst mal als Versuchsfeld testen und ein System wählen, das erweiterbar ist, falls das notwendig sein sollte.“

BG-Fraktionsvorsitzender Müller sagte: „Ich brauche nicht auf jedem Schritt und Tritt WLAN, ich glotze nicht immerzu auf mein Handy. Deshalb reicht die kleinere Fläche, dort kann man dann online gehen.“

Aber Michael Hohl (CSU) entgegnete: „Die Wege in der Innenstadt sollten schon alle erschlossen sein. Auf die paar Meter kann es ja nicht ankommen.“ Elisabeth Zagel (SPD) fragte, ob man nicht das System der Regierung mit nutzen könne. Das verneinte Jahn: „Genau das System können wir nicht nehmen, das ist das vom Freistaat.“

Auch das Förderprogramm des Freistaats sei nicht optimal, so Jahn: „Da bekommst du zwei Hotspots bezahlt, musst aber auch für alle andere Vodafone als Anbieter nutzen.“

Die Verwaltung soll nun den Markt und die Kosten sondieren und dabei auf die Erweiterungsfähigkeit des Gebietes achten.

 

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