Kaum Hoffnung bei Medi: Center Assem Marei ist wohl weg

BASKETBALL. Die Neuzugänge Gregor Hrovat, Kassius Robertson und Nikolas Raivio sowie die Abgänge von Robin Amaize, Gabe York und John Cox haben dem neuen Kader von Bundesligist Medi Bayreuth in den zurückliegenden Tagen durchaus Kontur verliehen, Fragezeichen bleiben dennoch. Ungeklärt ist rund zehn Wochen vor Saisonstart vor allem die Zukunft von Nate Linhart, Assem Marei und James Robinson in Bayreuth. Trainer Raoul Korner würde das Trio gerne weiter verpflichten, schätzt die Erfolgsaussichten aber als äußerst gering ein.

Bezüglich Marei könne er jedem gleich einmal die Illusion nehmen, „dass da eine Chance besteht, seinen Vertrag noch einmal zu verlängern. Er hat bereits Angebote auf dem Tisch, die sich weit jenseits unserer finanziellen Möglichkeiten abspielen. Er wird einen riesengroßen Gehaltssprung diesen Sommer machen und ist definitiv weg“, wird der Medi-Trainer in einem auf der vereinseigenen Homepage veröffentlichten Interview zitiert, das er kurz vor seinem Abflug nach Las Vegas zum Spieler-Scouting bei der NBA Sommer League gegeben hat.

Nur unwesentlich optimistischer klingt die Einschätzung des Wieners bezüglich eines Verbleibs von Linhart und Robinson in Bayreuth. Er halte es zum jetzigen Zeitpunkt für „äußerst unwahrscheinlich, dass wir sie auch kommende Saison in Bayreuth sehen werden, aber im Gegensatz zu Assem besteht hier wenigstens noch eine theoretische Chance, auch wenn es keine große ist“.

Korner hält Ausschau nach drei Spielertypen

Dementsprechend hält er in den Vereinigten Staaten Ausschau nach drei Spielertypen: einem Point Guard, einem Flügelspieler und einem Center. „Auf jeder Position gibt es mehrere Kandidaten, von denen ich einige in Las Vegas sehen werde. Dazu wird es eine Reihe von Treffen mit Coaches und Agenten geben. Die Langeweile wird sich also in Grenzen halten“. Langeweile, so lässt Korner durchblicken, hat er auch während der zurückliegenden Wochen nicht gehabt.

Er hat kurz Urlaub in Kroatien gemacht, ansonsten die meiste Zeit in Wien verbracht. Von dort aus habe er aber unter anderem die Neuzugänge Hrovat, Robertson und Raivio verpflichtet. Dieses vielversprechende Trio an Land gezogen zu haben, sei zum Teil auch der Tatsache geschuldet gewesen, dass sich mittlerweile herumgesprochen habe, „dass Bayreuth eine gute Adresse ist“, wird der Medi-Coach weiter zitiert. Ein Selbstläufer beim Werben um Neuzugänge sei die gute Reputation des Standorts aber nicht. Er habe vielmehr den Eindruck, „dass durch die steigenden Gehälter in der G-League und die wachsende Attraktivität des asiatischen Marktes der Wettbewerb gewachsen ist und damit die Preise steigen. Es wird daher immer wichtiger, Geduld im Rekrutierungsprozess haben zu können, denn selten war der Spruch ,Zeit ist Geld’ so zutreffend wie hier“.

"Kaderzusammenstellung wie ein Puzzle"

Die Kaderzusammenstellung vergleicht der 44-Jährige mit dem Zusammensetzen eines großen Puzzles: „Du hast ein paar Teile zusammen und suchst von da aus die fehlenden Stücke, damit sich am Ende ein möglichst schönes Gesamtbild ergibt. Das macht schon Spaß, ist aber auch manchmal frustrierend, vor allem wenn eines der letzten Puzzleteile irgendwo versteckt ist und man ewig suchen muss.“

Sprechen will er in Las Vegas nicht nur mit Spielern. „Wenn ich alle Leute dort tatsächlich treffe, die mich treffen wollen, komme ich erst im Dezember wieder zurück. Dementsprechend selektiv und gut organisiert muss ich vorgehen“, sagt Korner und bedauert, erwartungsgemäß nur wenig von den Reizen des Spielerparadieses mitzubekommen. „Sollte ich einmal ein paar Minuten zu überbrücken haben, werde ich vermutlich einen Dollar in eine Slotmachine stecken, um nach ein paar Minuten drauf zu kommen, dass es einen Grund hat, warum Casinos wirtschaftlich so erfolgreich sind.“

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