Katastrophenalarm DLRG Oberfranken rückt nach Traunstein ab

BAYREUTH/TRAUNSTEIN. Seit Tagen schneit es in vielen Regionen Bayerns fast ununterbrochen. Jetzt muss die Bundeswehr zu Einsätzen mit Kettenfahrzeugen ausrücken. Bäume fallen unter der schweren Last zusammen - bei München stirbt ein Bub. Vielerorts wurde der Katastrophenalarm ausgelöst. Am Freitagmorgen rückte auch die oberfränkische DLRG aus um zu helfen.

Plötzlich muss alles ganz schnell gehen: Am Donnerstagabend bittet das Landratsamt Traunstein den DLRG-Landesverband um Unterstützung beim Abräumen von Dächern. "Die DLRG Oberfranken waren am schnellsten einsatzbereit", sagt Michael Förster, Pressesprecher der DLRG Bayern,  am Freitagmittag auf Nachfrage unserer Zeitung. Nur wenige Stunden später werden die Einsatzkräfte alarmiert.

So finden sich am Freitagmorgen kurz nach 8 Uhr 32 Ehrenamtliche aus den DRLG-Ortsverbänden Weißenstadt, Marktredwitz, Bad-Steben-Lichtenberg, Oberkotzau,  Steinwiesen, Forchheim, Staffelstein, Bamberg-Gaustadt und Burgebrach bei ihren Bayreuther Kollegen ein.  Nach einer kurzen Besprechung steigen sie in acht Einsatzwagen, die mit Schneeschaufeln, Seil- und Gurt-Technik sowie Sanitätsmaterial und warmen Decken ausgerüstet sind. 

Mit Blaulicht setzt sich der Konvoi wenig später in Bewegung - über die A9 und die A8 in Richtung Traunstein in Oberbayern. Die Fahrt ins Krisengebiet zieht sich: Immer wieder sperrt die Polizei die Autobahn wegen umgestürzter Bäume, die Helfer stehen im Stau. Nach den starken Schneefällen der vergangenen Tage wird die Hilfe der Oberfranken dringend benötigt. Viele Dächer drohen unter der Schneelast einzustürzen - und die Meteorologen kündigen bereits neue Niederschläge an.

Eigentlich sind die Mitglieder der DRLG auf die Hilfe im Wasser spezialisiert. Der sogenannte Wasserrettungszug, wie er heute in Oberfranken ausrückte, wird sonst bei Hochwasser alarmiert, unter anderem wenn Menschen und Tiere evakuiert werden müssen oder Rettungsdienste Unterstützung brauchen. Doch für die DLRG ist das nicht der erste Einsatz im Schnee: "Bei der Schneekatastrophe 2006 im Bayerischen Wald haben wir geholfen und viele Dächer geräumt", erklärt Förster. Da die Sicherheit für Retter an oberster Stelle stehe, sei die DLRG wegen der Seiltechnik gefragt. "Auch die Allradfahrzeuge sind bei dieser Wetterlage von Vorteil". 

Wie lange der Einsatz im Katastrophengebiet dauern wird, ist ungewiss. "Erst heute Abend wird der Einsatzleiter vor Ort je nach Wetterlage entscheiden, wie es weitergeht", sagt der Pressesprecher. "Die nächsten Einsatzkräfte aus anderen Regierungsbezirken stehen parat."

 

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