Jazz mit Energie Tony-Lakatos-Quintett im Becher-Saal

BAYREUTH. Wenn sich der Jazz-Saxofonist Tony Lakatos mit seinem Quintett dem Hardbop widmet, dann kocht die Bühne. Der inzwischen 60-Jährige besinnt sich auf alte Tugenden des Jazz. Damit steht Lakatos nicht allein.

Der Saxofonist Tony Lakatos gehört zu den Rastlosen im Jazz. Seine Weggefährten waren so ganz unterschiedliche Charaktere wie Jasper van’t Hof und Emil Mangelsdorff, Branford Marsalis, Bireli Lagrene und sogar Joachim Kühn. Der inzwischen 60-Jährige aus Ungarn ist ein tüchtiger Musiker. An mehr als 300 Produktionen soll er mitgewirkt haben.

Seit mehr als zehn Jahren tritt er auch in gleichnamigen Quintett auf. Es besteht überwiegend aus Musikern, die der Bigband des Hessischen Rundfunks angehören. Am Freitagabend trat Lakatos mit dem Trompeter Axel Schlosser, dem Schlagzeuger Jean-Paul Hochstädter, dem Bassisten Thomas Heidepriem und dem Pianisten Michael Flügel im Becher-Saal auf.

Die alte Schule

Immer gerade heraus. Saxofon und Trompete ziehen teils beseelte, teils grelle Unisono-Linien. Melodiefetzen kreuzen und reiben sich. Immer schnell und so kraftvoll wie möglich. Mit voller Wucht - so klingt die alte Schule aus Amerika. Dort verbreitete sich in den 1960er Jahren der Hardbop, eine damals neue Spielart des Jazz.

Das Quintett bedient sich nun der Mittel dieses Genres, das seine starken Jahre eigentlich längst hinter sich hat. So könnte man jedenfalls meinen. Wären da nicht Musiker wie Lakatos und seine Mitstreiter. Sie besinnen sich das einst Moderne, den heute längst zur Geschichte gewordene Stil. Charakteristisch für sind die stets wiederkehrenden Zwiegespräche zwischen Saxofon und Trompete. Rasante Wendungen, scharfe, schneidende Klänge und punktgenaues Spiel lassen die Bühne kochen.

Re-Bop, ein Trend im Jazz

Tony Lakatos hat hervorragende Musiker um sich versammelt. Zu fünft betreiben sie auf teils spektakuläre Weise eine mitreißende Traditionspflege. Re-Bop nennt sich dieser Trend. Damit steht Lakatos nicht ganz allein. Ein ähnliches Konzept verfolgt auch der Trompeter Martin Auer. Er stand vor einem Jahr mit seinem Quartett im Becher-Saal auf der Bühne.

Info: Nächster Jazz-Termin mit dem Pianisten Tuomas Turunen am Samstag, 16. März, 20 Uhr, in der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading