Jagd im Schlosspark Entenjagd am Schloss Fantaisie sorgt für Ärger

Hinweisschilder informieren darüber, dass derzeit im Schlosspark Fantaisie auf Enten gejagt wird. Foto: Andreas Harbach

DONNDORF. Immer wieder beschweren sich verärgerte Besucher des Schlossparks Fantaisie über die dortige Entenjagd. Der Park steht unter Naturschutz, Zelten und Musik machen sind verboten, doch die Jagd ist erlaubt. Wie passt das zusammen?

Der Schlosspark diene den Besuchern zur Erholung, heißt es auf einer Hinweistafel am Eingang. Es wird deshalb gebeten, „jede Ruhestörung zu vermeiden“. Doch der Park gehört zum Jagdrevier Eckersdorf-Donndorf, die Jagd ist folglich im Gelände grundsätzlich erlaubt.

Schilder warnen vor Aktivitäten der Jäger

Im Schlosspark finden ausschließlich Entenjagden vom Spätherbst bis zum 15. Januar statt, berichtet die Bayerische Schlösserverwaltung in München. Die Jagd finde im Morgengrauen oder in der Abenddämmerung (kurz vor Eintritt der Dunkelheit) im südlichen Teil des Schlossparks am Herzogweiher statt, erläutert Pressesprecherin Franziska Wimberger. Darüber werden Besucher an den Parkeingängen mit gelben Hinweisschildern informiert. Überschrift: „Achtung Jagd!“

Die Schilder stammen von der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage. „Zu ihrer eigenen Sicherheit bitten wir Sie, sich in dieser Zeit möglichst nicht am Herzogweiher aufzuhalten oder jedenfalls auf den Wegen zu bleiben“, heißt es. „Eltern achten insoweit bitte auf ihre Kinder. Führen Sie Ihre Hunde bitte an der kurzen Leine.“

Unverständnis auch unter Jägern

Die Jagden fänden mindestens seit 1994 statt. Seitdem sei es zu keinem Zwischenfall mit Schäden für Besucher gekommen. Vereinzelt komme es zu Beschwerden besorgter Bürger, berichtet Wimberger. Auch in anderen Liegenschaften der Schlösserverwaltung wie in Sanspareil oder an den Seen fänden Jagden statt. Sie dienten dem Schutz und Erhalt einer artenreichen und gesunden frei lebenden Tierwelt.

Durch die Warnschilder ist Jäger Johannes Barfuß aus Bayreuth erst auf die Jagd im Schlosspark aufmerksam geworden. Er habe viel Verständnis für eine waidgerechte und von der Öffentlichkeit akzeptierten Form der Jagd. Für Jagden in Parks, die der Erholung und der kulturellen Bereicherung dienten, „habe ich allerdings keinerlei Verständnis“, erklärt er. Soll der an den Schönheiten dieses einzigartigen Landschaftsparks interessierte Spaziergänger oder der Wanderer auf dem Jean-Paul-Weg damit rechnen, „dass ihm Kugeln und Schrote um die Ohren pfeifen?“ Mit dieser Art von Jagd werde dem gesamten Jagdwesen und der waidgerechten Jägerschaft ein Bärendienst erwiesen, in der Öffentlichkeit werde dafür kaum Wohlwollen zu gewinnen sein. Dass die Staatliche Schlösser- und Seenverwaltung als Eigentümerin dies duldet, „ist schon bemerkenswert“, meint Barfuß.

Pro Jagdsaison werden bis zu 25 Enten geschossen

Der Mit-Pächter des betreffenden Reviers ist Frank Meier. Er spricht von einer „wahnsinnigen Entenpopulation“ im Herzogweiher, durch den abgesonderten Kot gebe es Probleme mit der Wasserqualität. Hunderte von Enten hielten sich dort auf. Auch für diesen Teil des Schlossparks werde Jagdpacht gezahlt. Man jage nur im Morgengrauen oder in der Abenddämmerung, bestätigt Meier. „Wir machen das ohne großes Aufsehen, wollen niemanden verärgern“, versichert er.

Entenjagden im Schlosspark habe es „schon immer“ gegeben. Die Jagdpächter seien ausgebildet, „wir wissen, wie wir schießen müssen“. Ja, es habe vereinzelte Beschwerden gegeben, räumt Meier ein, ein empörter Mann habe sogar die Polizei gerufen. Seitdem informiert Meier vor Entenjagden immer von selbst die Polizei darüber, „ich müsste das nicht tun“. Das Risiko sei beherrschbar, es habe noch keine Unfälle gegeben. Aber ein Schrotgeschoss von drei Millimeter könne bis zu 300 Meter fliegen. Pro Jagdsaison werden am Herzogweiher bis zu 25 Enten erlegt.

 

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