IHK-Konjunkturumfrage Bayreuther Wirtschaft will weiter wachsen

Jörg Lichtenegger. Foto: red

BAYREUTH. Die Berichte über eine Gefahr einer sich eintrübenden Wirtschaftsentwicklung mehren sich. Die Unternehmen im Wirtschaftsraum Bayreuth focht das offenbar nicht an, denn unbeeindruckt von mahnenden Stimmen geht die Bayreuther Wirtschaft mit ungebrochenem Optimismus ins neue Jahr. Das zeigen die Werte im Rahmen der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth.

Die aktuelle Geschäftslage verbleibt auf hohem Niveau und die Erwartungen an die Zukunft können im Vergleich zur Herbstumfrage des letzten Jahres sogar noch einmal zulegen, schreibt die Kammer in einer Mitteilung. "Das zeigt, dass die Unternehmen in Stadt und Landkreis Bayreuth für die anstehenden Herausforderungen gut gerüstet sind und keine Angst vor der Zukunft haben", freut sich der Vorsitzende des IHK-Gremiums Bayreuth, IHK-Vizepräsident Jörg Lichtenegger. Der Konjunkturklimaindikator für den IHK-Gremiumsbezirk Bayreuth lege auf hohem Level um zwei Punkte auf nun 130 Zähler zu.

Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilten 54 Prozent der befragten Unternehmen positiv. Weitere 36 Prozent stuften die aktuelle Lage als befriedigend ein und nur zehn Prozent würden ihre Geschäftslage mit schlecht beurteilen. "Eine hohe Beschäftigung, eine niedrige Arbeitslosenquote und zugleich ein Zinsniveau, das nicht zum Sparen einlädt: das alles stimuliert vor allem die Inlandsnachfrage und führt vielfach zu guten Geschäften", nennt sich Lichtenegger einen Grund für die gute Lagebewertung und ergänzt: "Es bleibt zu hoffen, dass die gute Kaufkraft in der Region bleibt und vor allem der lokalen Wirtschaft aus zu Gute kommt".

Ein anderer Grund für die gute Lage sei das positive Auftragsvolumen im produzierenden Gewerbe. Dies gelte vor allem für die exportorientierte Wirtschaft, die im Saldo von größeren Auftragszuwächsen berichtete. Die Kapazitätsauslastung bleibe daher auf dem hohen Level der letzten Umfragen. Nur sehr wenige befragte Firmen hätten von einer geringen Auslastung berichtet.

Geht es nach den Einschätzungen der befragten Unternehmen, wird auch das Jahr 2019 für den Wirtschaftsstandort Bayreuth erfolgreich, so die Kammer. Auffallend sei, dass die optimistische Einschätzung im Vergleich zur Herbstumfrage noch einmal deutlich anziehe und sich somit gegen den IHK-weiten Trend entwickele.

59 Prozent der befragten Firmen würden in diesem Jahr mit keinen signifikanten Änderungen ihrer Geschäftslage rechnen, eine bessere Entwicklung der Geschäfte würden 29 Prozent erwarten. Nur zwölf Prozent gingen von einer sich verschlechternden Geschäftsentwicklung aus. Sowohl im Inland als auch auf den internationalen Märkten würden die befragten Betriebe mit spürbaren Zuwächsen der Aufträge planen.

Die Unternehmen aus Stadt und Landkreis Bayreuth gehen der Umfrage zufolge für die nächsten zwölf Monate von weiter steigenden Beschäftigtenzahlen aus und würden Investitionen planen.  Der Erfolg der Wirtschaft sei aber keine Selbstverständlichkeit.

"Der Abschwung wird mit Sicherheit irgendwann kommen. Daher müssen in wirtschaftlich guten Zeiten nicht nur die Unternehmen alles tun, um sich für schlechtere Zeiten zu rüsten. Auch der Staat und die Kommunen sind aufgefordert, jetzt in die Zukunft der Wirtschaftsstandorts zu investieren", so Lichtenegger, der als Beispiele die Schaffung des Regionalen Innovationszentrums (RIZ) an der Universität Bayreuth, die Anbindung der Region Bayreuth an das überregionale Schienennetz und den dringend notwendigen Ausbau der digitalen Infrastruktur nennt.


Hinweis: Die Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken wird dreimal jährlich durchgeführt. Die letzte Befragung erfolgte zur Jahreswende 2018/2019, also vor der Ablehnung des Brexit-Abkommens durch das britische Unterhaus am 15. Januar 2019.

 

 

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