Hohe Geldforderungen an den ASV Hollfeld

Foto: Lammel

Am Mittwochabend sind die rund 500 Mitglieder des ASV Hollfeld ins Sportheim eingeladen. In einer außerordentlichen, nichtöffentlichen Sitzung geht es um nicht weniger als um die Zukunft des Vereins und um die Frage, wie mit den vermutlich sechsstelligen Forderungen der Sozialversicherungsträger umgegangen werden soll. Diskutiert werden außerdem rechtliche Schritte gegen die früheren Vorstände des Vereins.

Dazu äußern will sich Hans-Peter Härtl, seit 2015 Vorsitzender des ASV Hollfeld, nicht. Der Vorstand habe Stillschweigen vereinbart, heißt es. Zuerst sollen die Mitglieder informiert werden. Offizielle Informationen gibt es daher nur durch einen Blick auf die Tagesordnung zur Sitzung. Dort heißt es: „Wichtigster Tagesordnungspunkt: Ermittlungsverfahren gegen ehemalige Vorstände wegen rechtswidriger Vorenthaltung von Sozialabgaben im Prüfungszeitraum von 2004 bis 2014.“

Vorstände nicht entlastet wegen fehlender Dokumente

Vorsitzende in dieser Zeit: Konrad Keilholz, Jürgen Fürst, Alfred Arnold und Heinz Weggel. Nachdem letztere 2013 ihre Ämter niedergelegt hatten, beschlagnahmte der Zoll etliche Unterlagen, die jetzt allmählich ausgewertet sind. „Das Verfahren geht dem Ende zu“, sagt Härtl, „und es ist äußerst kompliziert und kritisch.“ Der Vorwurf der Fahnder: Sozialversicherungsbetrug. Entlastet wurden die Vorstände zwischen 2009 und 2013 nicht, weil immer wieder Dokumente fehlten. Bis heute scheint nicht eindeutig festzustehen, wie viele Lizenzspieler der ASV Hollfeld ab seinem Aufstieg in die Landesliga im Jahr 2008 eigentlich unter Vertrag und damit verbotenerweise nicht sozialversichert hatte.

Kurier-Informationen zufolge belaufen sich die Forderungen von Deutscher Rentenversicherung und Co. an den Verein samt Zinsen auf mehr als 200 000 Euro. Weil der Verein das Geld nicht bezahlen kann, droht dem ASV die Insolvenz. Auf der Tagesordnung zur Sitzung stehen deshalb auch „mögliche rechtliche, wirtschaftliche und sonstige Konsequenzen für den Verein“ sowie Informationen über „eingeleitete rechtliche Schritte des Vereins gegen die betroffenen Vorstände“.

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