Heißes Ende eines schlechten Sommers

Kai Meister ist seit 16 Jahren Bademeister im Freibad. Er kann sich an keinen schlechteren Sommer erinnern. Besucherzahlen hat er nicht parat: „Die paar Tage reißen es nicht mehr raus.“ Gut zu wissen, dass die Stadträte, die alljährlich ein Defizit in fünfstelliger Höhe durchwinken, vor einigen Jahren eine Grundsatzentscheidung für den Erhalt des Bades gefällt haben.

Vor allem die Stammgäste hoffen, dass das so bleibt. Barbara Kaul-Bleßer zum Beispiel, die am Freibad Betzenstein das schätzt, was viele so gern haben: Die landschaftliche Lage, den alten Baumbestand, die Sauberkeit und den freundlichen Service. Das Freibad war sogar mit ein Grund, warum sie mit ihrem Mann vor 13 Jahren von München nach Betzenstein gezogen ist und seitdem fast täglich ihre Runden schwimmt. Dazu braucht sie kein Badewetter. Denn immerhin ist das Wasser beheizt.

Verein Bürger 23

Seit einigen Jahren engagiert sich Kaul-Bleßer in einer Untersparte des Vereins Bürger 23 für das Bad, wie auch Yvonne Kasimir. Es wurde eine Fliesenaktion ins Leben gerufen, um Spenden für Aktionen im Bad einzunehmen. Außerdem helfen sie beim Aus- und Einwintern mit. Nürnberger Ehepaar kommt seit 42 Jahren Der Großteil der Badegäste kommt nicht aus Betzenstein, sondern aus einem Umkreis von 30 bis 40 Kilometern. Wenn es geht, fahren Annemarie und Erwin Willard aus Nürnberg nach Betzenstein. Und das seit 42 Jahren.

„Die Erholung“, sagt Erwin Willard, „hat man an keinem Strand. Es ist die Lage im Grünen „und der Flair“, die beide nach Betzenstein zieht. Silke Grötsch und Daniela Kresz sind mit ihren Kindern aus der Nähe von Hersbruck nach Betzenstein zum Baden gefahren. Grötsch war schon mit ihren Eltern öfter hier und kommt immer wieder. „Den Kindern gefällt es, mir gefällt’s.“  Bei Hannelore Ertl von der Wasserwacht kann Tochter Lena Grötsch ein Schwimmabzeichen machen. Ohne Anmeldung, ohne Wenn und Aber. Ertl ist engagiert, seit es das Bad gibt. Seit 42 Jahren. Selbst bei schlechtem Wetter, wenn das Bad für die abgehärteten Schwimmer von 17 bis 19 Uhr aufmacht, beaufsichtigt sie das Schwimmerbecken. Sie gehört zum Bad genauso, wie viele Badegäste. „Wir fühlen und hier heimisch“, sagt Erwin Willard.⋌

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