Gegensätzliche Formkurven Medi Bayreuth als Favorit nach Göttingen

Nicht nur das Duell der beiden Stockton-Brüder verspricht Spannung, sondern auch das zwischen Medi-Center Hassan Martin und seinem ebenfalls nur 2,01 Meter großen Göttinger Pendant Darius Carter (Mitte). Foto: Imago

BASKETBALL. Das beherrschende Thema vor dem Bundesligaspiel von Medi Bayreuth am Samstag um 20.30 Uhr bei der BG Göttingen ist natürlich das mögliche Duell zwischen David Stockton und seinem älteren Bruder Michael. „Aber eher bei den Fans und in der Öffentlichkeit“, sagt Medi-Trainer Raoul Korner. „Für uns zählt nur Bayreuth gegen Göttingen.“

Und der Blick auf die Tabelle verrät, dass es vor der anstehenden Nationalmannschaftspause trotz der noch relativ frühen Saisonphase auch um eine gute Ausgangsposition im Rennen um die Playoff-Plätze geht. Bayreuth ist mit vier Siegen und drei Niederlagen Siebter, Göttingen mit einer Niederlage mehr Zehnter.

Im Gegensatz zu ihren Gästen, die auf wettbewerbsübergreifend fünf Siege in Folge zurückblicken können, zeigt die Formkurve der BG jedoch stark nach unten. Drei Niederlagen mussten die Niedersachsen zuletzt hinnehmen.

Für Korner ist diese Tatsache nach den beiden Erfolgen mit mehr als 100 Punkten gegen die Eisbären Bremerhaven (113:85) und in der Champions League gegen Neptunas Klaipeda (102:78) aber noch lange kein Grund, den Gegner zu unterschätzen, wenngleich er sein Team schon in der Favoritenrolle sieht. „Wenn wir an die Leistung der letzten Spiele anknüpfen, haben wir gute Chancen. Göttingen ist aber heimstark. Es wird ein harter Kampf und kein Selbstläufer.“

Doch neben der positiven Gesamtbilanz gegen Göttingen mit neun Siegen und nur drei Niederlagen sprechen außer den Rebounds (30,6 sind der schlechteste Wert der Liga) auch die Statistiken dieser Saison für Bayreuth. Vor allem von der Dreierlinie, von der das Medi-Team derzeit mit 42,2 Prozent bei knapp 25 Versuchen pro Spiel sogar die beste Trefferquote vorzuweisen hat.

Kontinuität im Kader

Der Grund für den guten Start der Göttinger, die nach der knappen 79:86-Auftaktniederlage gegen Bonn vier Siege in Folge einfahren konnten (zugegebenermaßen allesamt gegen Teams aus dem hinteren Tabellendrittel), ist sicher darin zu suchen, dass es bei den finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten Veilchen zum ersten Mal seit Jahren so etwas wie Kontinuität im Kader gibt.

„Das ist zu einem frühen Zeitpunkt Gold wert, wenn die zwei wichtigsten Spieler bleiben“, weiß Korner nur zu gut aus eigener Erfahrung und meint damit aus der Gruppe der sechs aus der Vorsaison Verbliebenen US-Center Darius Carter und natürlich BG-Kapitän und Topscorer Michael Stockton, mit dem das Göttinger Spiel steht und fällt. So musste Trainer Johan Roijakkers seine anderen Akteure schon in mehreren Auszeiten lautstark daran erinnern, dass es nicht nur eine „One-Man-Show“ sein sollte.

„Er ist der Dreh- und Angelpunkt“, sagt Korner über den 29-jährigen Aufbauspieler, zumal der als Backup vorgesehene Tre Coggins „offensichtlich nicht funktioniert oder zumindest keine Einsatzzeit bekommt“.

Im Vergleich mit David Stockton sieht Korner dessen Bruder, dessen Einsatz wegen der bei der 52:62-Niederlage in Ludwigsburg erlittenen Hüftverletzung noch nicht ganz sicher ist, als den Physischeren, seinen Point Guard aber als den besseren Werfer. Bei der Szene kurz vor Schluss des Klaipeda-Spiels handelte es sich übrigens nur um einen Schlag auf den Musikantenknochen, so dass zumindest seinem Einsatz nichts im Weg steht.

Zeit zum Durchschnaufen

Die folgende Länderspielpause, in der Bastian Doreth, Andreas Seiferth und Gregor Hrovat mit ihren Nationalmannschaften in Sachen WM-Qualifikation unterwegs sind, betrachtet Korner mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Einerseits würden wir gerne unseren Rhythmus beibehalten, andererseits bin ich froh, dass etwas Zeit zum Durchschnaufen ist. Die letzten Tage waren nur mit diesem Licht am Horizont möglich.“

Wie viele Tage die Spieler letztlich freibekommen, hänge vom Göttingen-Spiel ab. „Im Training können wir dann ein bisschen das machen, was sonst nicht geht, wenn wir uns auf einen Gegner vorbereiten.“

Auch der Spielermarkt – Ziga Dimec wurde vor dem Klaipeda-Spiel verabschiedet – werde weiter sondiert, derzeit gebe es aber keine Veranlassung mehr, etwas zu verändern. Bei den Göttingern könnte sich hingegen eine Rückkehr von Brion Rush andeuten. Der Mann mit den meisten Dreiern der vergangenen Saison wurde nach seiner Freistellung von den Crailsheim Merlins jedenfalls in Ludwigsburg hinter der Göttinger Bank gesichtet.

 

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