Geduld verloren Autofahrer zeigt Feuerwehrleuten Mittelfinger

Symbolfoto: dpa

KULMBACH. Nahe des Kulmbacher Statteils Grafendobrach prallen zwei Autos aufeinander. Drei Menschen werden verletzt. Ein Autofahrer verliert im Stau die Geduld und legt sich mit Feuerwehrleuten an.  

Schon wieder hat es im Stadtbereich Kulmbach auf der Bundesstraße 85 einen schweren Unfall gegeben. Und erneut war eine Vorfahrtsverletzung die Ursache für den Zusammenstoß. Nachdem am späten Dienstagabend bei Forstlahm zwei Menschen schwer verletzt wurden, krachte es am Donnerstagmorgen bei Grafendobrach.

Diesmal mussten drei Menschen, darunter auch ein Kind, ins Kulmbacher Klinikum gebracht werden. Wieder musste die B 85 für längere Zeit total gesperrt werden. Die Feuerwehr half, die vielen Fahrzeuge im morgendlichen Berufsverkehr umzuleiten. Rund zwei Stunden war die Strecke zwischen Kulmbach und Kronach im Bereich der Unfallstelle nicht befahrbar.

Besonders ärgerlich: Die Polizei musste sich nicht nur mit der Unfallaufnahme befassen, sondern auch noch eine Anzeige gegen einen Mann aus dem Bereich Kronach aufnehmen. Er hatte, offenbar aus Ärger über die Vollsperrung der Straße, die Feuerwehrleute beleidigt, die an der Umleitungsstrecke gestanden waren.

Es war gegen 7 Uhr morgens, als eine Frau aus dem Landkreis Kulmbach mit ihrem Skoda von Grafendobrach kommend in Richtung Kronach abbiegen wollte. An der Kreuzung übersah die Frau, die mit ihrem elfjährigen Kind unterwegs gewesen war, einen vorfahrtsberechtigten Audi, an dessen Steuer eine 33-Jährige aus dem Kulmbacher Landkreis saß.

Mit großer Wucht prallten die beiden Fahrzeuge aufeinander. Das Auto der Unfallverursacherin wurde gegen Hinweisschild geschleudert, das andere Fahrzeug blieb ebenfalls total beschädigt auf der Fahrbahnmitte liegen. Alle drei Menschen, die in den verunglückten Fahrzeugen gesessen waren, mussten mit Verletzungen vom Rettungsdienst ins Klinikum gebracht werden. Die Feuerwehr räumte das Trümmerfeld von der Straße und reinigte die Fahrbahn von ausgelaufenen Kraftstoffen.

Zwei Stunden lang musste die B 85 gesperrt werden. Trotz der von der hinzugerufenen Feuerwehr umgehend eingerichteten Umleitung war von den Autofahrern Geduld gefordert. Die konnte einer aus der Schlange offenbar nicht aufbringen. Der Mann beleidigte die Feuerwehrleute und zeigte ihnen den Mittelfinger, bevor er davonbrauste. Eigentlich wäre er damit davongekommen. Doch wenig später näherte er sich der Unfallstelle erneut.

Diesmal wendeten sich die Feuerwehrler an die Polizei und erstatteten Anzeige. Die Beamten zeigen für das Verhalten des Kronachers kein Verständnis: "Vorfälle wie diese kommen leider öfter vor", sagt ein Kulmbacher Polizist. Er ist verärgert: "Da stehen Ehrenamtliche an der Unfallstelle, die ihre Freizeit opfern oder auf der Arbeit fehlen, um anderen zu helfen. Und dann müssen sie sich für diesen Einsatz auch noch beleidigen und dumm anreden lassen."

 

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