Fünf Tote und mehrere Schwerstverletzte Kinder sterben bei Feuerdrama in Nürnberg

Foto: Reporter24/Eberlein

NÜRNBERG. Im Stadtteil Sandreuth ist es am frühen Samstagmorgen zum Brand in einem Wohnhaus gekommen. Die Feuerwehr zog einen nach dem anderen Bewohner leblos aus dem brennenden Haus. Großeinsatz rund um die Industriestraße. Ein ganzer Löschzug wurde ausschließlich zur Reanimation eingesetzt. 

Was sich in der Eilmeldung von Reporter24 um kurz nach 4 Uhr angedeutet hatte, wurde traurige Gewissheit. Mindestens fünf Menschen verlieren ihr Leben, darunter auch vier Kinder. Viele weitere Bewohner wurden zum Teil schwerst verletzt. Die leblose Familie aus dem Obergeschoss wurde während der Löscharbeiten gefunden. Ein ganzer Löschzug, also rund 20 Feuerwehrleute, unterstützen den Rettungsdienst bei der Reanimation mitten auf der Industriestraße. Ein Säugling starb auf dem Weg ins Krankenhaus, drei weitere Kinder erlagen ebenso wie ein Erwachsener am Brandort ihren schweren Verletzungen.

Gegen 03:00 Uhr früh ging in der Leitstelle der Feuerwehr Nürnberg ein Notruf ein, dass es in der Industriestraße in einem Wohnhaus brenne und noch Personen im Gebäude seien. Sofort alarmierte diese darauf hin zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr und die zuständige Freiwillige Feuerwehr, sowie mehrere Rettungsmittel des Rettungsdienstes. Die zeitgleich an der Einsatzstelle eintreffenden Einsatzkräfte der Feuerwachen 3 und 4 fanden vor Ort einen entwickelten Wohnhausbrand vor, bei dem bereits das halbe Erdgeschoss lichterloh brannte und aus dem Rest dichter schwarzer Rauch austrat.

Umgehend drangen drei Trupps unter schwerem Atemschutz von zwei Seiten in das Wohngebäude ein und brachten den Brand schnellstmöglich unter Kontrolle, um die Absuche des Gebäudes nach den Vermissten zu ermöglichen. Zwei weitere Atemschutztrupps folgten nach. Das Betreten des Obergeschosses war dabei erst nach dem Ablöschen des Treppenraums möglich. Dort fanden die Feuerwehrleute insgesamt fünf Personen.

Reanimation auf offener Straße

Diese konnten in rascher Folge ins Freie gebracht werden und wurden zum Großteil direkt vor dem Haus auf der Straße durch Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei reanimiert, da die ersteintreffenden Kräfte des Rettungsdienstes durch die Erstversorgung der vier Personen gebunden waren, die sich noch selbstständig aus dem Gebäude hatten retten können. Trotz intensivster Bemühungen durch die Ersthelfer und umfangreiche Nachalarmierungen von Rettungsmitteln kam leider jede Hilfe für die vier Kinder und einen Erwachsenen zu spät.

Kurz nach 05:30 Uhr wurden seitens der Feuerwehr die letzten Einsatzmaßnahmen abgeschlossen. Zwei Einsatzfahrzeuge blieben jedoch zur Brandwache vor Ort. Im Einsatz waren mit Ablösung insgesamt circa 60 Einsatzkräfte aller Feuerwachen der Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Werderau, die Sanitätseinsatzleitung mit etwa 60 Einsatzkräften des Rettungsdienstes, umfangreiche Einsatzkräfte der Polizei, der Störungsdienst der Main-Donau-Netzgesellschaft und drei Notfallseelsorger für die Angehörigen.

Die Einsatzkräfte werden von Fachkräften der jeweils eigenen Organisation seelsorgerisch begleitet. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem tragischen Brandereignis aufgenommen. Hinweise zur Ursache liegen noch nicht vor. Auch der Einsatz von Rauchmeldern ist noch unklar. Die Industriestraße ist bis auf weiteres nach wie vor gesperrt. Unser Reporter ist weiterhin vor Ort.

 

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